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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Stresemann (1878–1929) sowieVerlegerwieEugenDiederichs. InderGründungs- satzungwurdendie „Veredelung der gewerblichenArbeit“ sowie die Erziehung, Förderung und Verbreitung des Gewerbes und seiner Akteure postuliert. „Vom Sofakissenbis zumStadtplan“ reichtedieVision,Kunstund industrielle Produk- tionmiteinander in Einklang zu bringen.259 DerWerkbundwar antihistoristisch ausgerichtet und versuchte, Fragen dermoralisch fundiertenWarenästhetikmit derAnwendungmoderner Technologien zu beantworten. Ein sichtbares Zeichen seinesWirkens inWien ist die 1932 eröffneteWerkbundsiedlung imStadtbezirk Hietzing,anderauchAdolfVetter (1897–1963)beteiligtwar. Der Architekt und Fachphilosoph Vetter war der Verbindungsmann zwi- schendemWerkbundundRichard Schaukal. Vetter betätigte sich dichterisch, verkehrte in Kaffeehauszirkeln und prägte als Vordenker einer schlichtenwie humanen Architektur theoretisch und praktisch die Wiener Stadtraumgestal- tung der 1920er Jahre.260 Er stand ab 1912 mit dem architekturbegeisterten Dichter in Kontakt und gehörte später dem Gründungsvorstand der Richard- Schaukal-Gesellschaft an. Obwohl Schaukal sein „Unbehagen“ gegen „solche Bünde“gegenüberVetter äußerte, gleichviel ob literarischer oder architektoni- scher Natur, blieben sie ein Leben lang in Verbindung; Vetter sandte seinem Briefpartner baulicheGutachten zuund tauschte sichmit ihmüberdetaillierte baugewerblicheThemenundFragenderMaterialbearbeitungaus.261 Dochausder fachlichenKorrespondenzentwickelte sich im Jahr 1920kurz- fristig eine „freundliche Gegnerschaft“.262 Unwissentlich sei Vetter Schaukals Bewerbung um das Amt des Staatstheaterpräsidenten im Wege gestanden, wie er dem Dichter im selben Brief rückblickend mitteilte. Eigentlich hatte sich nur Vetter um die Leitung der nach demKrieg umstrukturierten Staats- theaterverwaltung beworben.263 Nachdem Vetters alleinige Kandidatur be- 259 Der Ausspruch stammt von dem Architekten Hermann Muthesius: Wo stehen wir? In: JahrbuchdesDeutschenWerkbundes 1912, S. 11–26, hier S. 16. Zur Geschichte desWerkbun- des siehe Joan Campbell: Der DeutscheWerkbund 1907–1934. Aus demAmerikan. von Toni Stolper.Stuttgart 1981. 260 Vgl.UrsulaProkop: [Art.] HansAdolfVetter. In:ArchitektenlexikonWien 1770–1945On- line, 2005/2007. http://www.architektenlexikon.at/de/664.htm (zuletzt aufgerufen am31. Juli 2019). 261 Vgl. dieBriefeVetters anSchaukal, 31.Mai 1912, 29.Mai 1920und3. September 1930,S-NL, WB. 262 Vetter ineinemBriefanSchaukal, 29.Mai 1929,S-NL,WB. 263 Siehe dazu die Übersicht zu den komplexen administrativen Veränderungen von Elisa- beth Großegger: [Art.] Bundestheaterverband, Österreichischer (ÖBTV). In: Österreichisches MusiklexikonOnline, 2002. http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Bundestheaterver band.xml (zuletztaufgerufenam31. Juli 2019). 5 Vereine,VerbändeundOrganisationen 159
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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