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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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dotiertenFörderpreis.268NebendiesereinmaligenUnterstĂŒtzungerhieltSchaukal eine von Bundeskanzler Ignaz Seipel persönlich abgesegnete Monatsrente fĂŒr seineVerdienste als Schriftsteller und Staatsbediensteter. Am 12. Februar 1926 hatte der Dichter beim Generalsekretariat der Christlichsozialen Partei Österreichs um eine „außerordentliche Pensionszulage“ angesucht und am 19. April die Bewilligung in der Höhe von jĂ€hrlich 1.800 Kronen erhalten.269 ImMai 1926wurde er vomamtierendenBundesprĂ€sidentenMichaelHainisch (1858–1940) offiziell mit dem Titel eines Sektionschefs in den Ruhestand verabschiedet.270 Nach Kriegsende konzentrierte Schaukal sein dichterisches Wirken und seine zunehmende (kultur-)politische TĂ€tigkeit auf Österreich. Am 1. Februar 1922hielt er seine erste öffentlicheDichterlesungmit gesungenenEinlagender KammersĂ€ngerin Marie Gutheil-Schoder (1874–1935) in der Secession ab, die seit ebendiesem Jahr vonChristian LudwigMartin (1890–1967) geleitetwurde. DerBuchillustratorMartinwareinSchĂŒler vonRudolf Jettmar (1869–1939), der wiederum zwischen 1899 und 1906mit Schaukal wegen einer Gedichtillustra- tion fĂŒrdieZeitschriftVerSacrum inKontakt stand.271 Dass Schaukal nach Kriegsende bereit war, Dichterlesungen abzuhalten, die er ansonsten ostentativ mied,272 mag erstaunen. Und dass seine erste Vorlesungausgerechnet imfĂŒrdenkĂŒnstlerischen Jugendstil emblematischen GebĂ€udederWienerSecessionstattfindensollte, istnichtwenigerverwunder- lich. DochwĂ€hrenddie AnfĂ€nge der neuenKunst imGebĂ€udemit der golde- nen BlĂ€tterkuppel von einem avantgardistischen Geist geprĂ€gt waren, den Gustav Klimt (1862–1918), Koloman Moser (1868–1918), Josef Hoffmann, Jo- seph Maria Olbrich (1867–1908) und andere im GrĂŒndungsjahr 1897 verkör- perten, kam es 1905 zur Spaltung zwischen den ‚RaumkĂŒnstlern‘ und einer FraktionkonservativerAkteure rundumJosef Engelhart (1864–1941), die sich 268 Vgl. [Anon.]:DerBauernfeldpreis . In:NeuesWienerTagblatt,Nr. 76/1919 (18.MĂ€rz1919), S.9. 269 Vgl.denBriefwechselzwischenSchaukalundSeipel imS-NL,WB. 270 Vgl. [Anon.]: [ohneTitel]. In:NeueFreiePresse,Nr. 22164(30.Mai1926),S. 13. 271 Vgl. dieBriefe zwischen JettmarundSchaukal imS-NL,WB, zumBeispiel vom17. Januar 1901und14.Oktober1901. 272 AlsgroßenSympathiebeweisgegenĂŒberHessebesuchteSchaukal 1908dessenVorlesung imWiener Kunstsalon Heller (vgl. Brief Schaukals an Hesse, 16. Oktober 1908, H-NL, LAM), wĂ€hrend er den in mehr oder weniger zeitlicher NĂ€he stattfindenden Veranstaltungen von Max Brod undHugo Salus fernblieb, worauf Salus ihm die Freundschaft aufkĂŒndigte (siehe den Brief von Brod an Schaukal vom 5. Februar 1909 und Salus’ Brief an Schaukal vom 13.MĂ€rz1907,S-NL,WB). 5 Vereine,VerbĂ€ndeundOrganisationen 161
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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