Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Page - 166 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 166 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Image of the Page - 166 -

Image of the Page - 166 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Text of the Page - 166 -

Schriftstellertag, der im kleinen Saal des MilitĂ€rkasinos eröffnet wurde, wid- mete sich demThemenkomplex Presse undder Stellungder Schriftsteller zum Medium Zeitung. Anschließend sollte im großen Festsaal das zeitsatirische MysterienspielAnderSchwelledesGerichtsvonEduardHlatky (1834–1913) auf- gefĂŒhrtwerden. Hinter demVerband katholischer Schriftsteller und SchriftstellerinnenÖs- terreichs standder vonRichardKralikundFranzXaver Eichert (1857–1926) ins Leben gerufene Gralbund, eine von 1905 bis 1937 bestehende katholische SchriftstellervereinigungneuromantischerPrĂ€gung.Das zentraleOrganbildete die inWien und dann inMĂŒnster verlegte ZeitschriftDer Gral,291 an der sich auch Schaukal mit mehreren BeitrĂ€gen beteiligte. Der BrĂŒnner Dramatiker Hlatky gehörte ebenso dem Gralbund an292 wie der SĂŒdtiroler Schriftsteller Adolf Innerkofler,293dermitSchaukal inVerbindunggetretenwar. Bereits seit 1907 standen Kralik und Schaukal unregelmĂ€ĂŸig in Kontakt, ihrepublizistischenWegekreuztensicherneut 1911, als sie imAuftragdesVer- bandeskatholischerSchriftstellerundSchriftstellerinnenamvonJosefNeumair (1877–1960)herausgegebenen Jahresbericht literarischerNeuerscheinungenmit- arbeiteten. „Fast der ganze Gralbund [und] alles, was unter den katholischen DichternÖsterreichs einenNamenhat“, sei darin vertreten, so JosefWeingart- ner (1885–1957) inderReichspost.294 Neun Jahre spĂ€ter hatte sich derAustausch zwischenKralik undSchaukal intensiviert. Hauptthema des Briefwechsels war die Reform der katholischen Presse, sie sandtensichaberauch literarischeTextezuundtauschtensichĂŒber missliebige Zeitgenossen aus, etwa ĂŒber Hermann Bahr und Josef Redlich (1869–1936), die in der „österreichischenFrage Zwillinge“ seien undaufgrund ihres„Opportunismus“KralikoffenkundigĂ€rgerten.295DerBegrĂŒnderdesGral- bundes lud Schaukal schließlich am9.Oktober 1920 in seine amCarl-Ludwig- Platz – seit 1934 Richard-Kralik-Platz – gelegeneWohnung ein, wo in engem Kreis kulturphilosophischeVortrĂ€geundDebatten abgehaltenwurden. Zuden Teilnehmernder ‚Dienstags-Abende‘gehörtenunter anderem IgnazSeipel und 291 Vgl. Felix Czeike: [Art.] Gralbund. In:Historisches LexikonWien. Online: https://www. geschichtewiki.wien.gv.at/Gralbund(zuletztaufgerufenam31. Juli 2019). 292 Vgl. Czeike: [Art.] EduardHlatky. In: Historisches LexikonWien. Online: https://www. geschichtewiki.wien.gv.at/Eduard_Hlatky (zuletztaufgerufenam31. Juli 2019). 293 Vgl. Czeike: [Art.]Adolf Innerkofler. In:HistorischesLexikonWien.Online:https://www. geschichtewiki.wien.gv.at/Adolf_Innerkofler (zuletztaufgerufenam31. Juli 2019). 294 Josef Weingartner: Literarische Post. Ein literarischer Jahresbericht. In: Reichspost, Nr. 583/1911 (17.Dezember1911),S.37. 295 BriefKraliksanSchaukal, 11.Dezember1920,S-NL,WB. 166 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
back to the  book Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne"
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
Weiteres Belletristik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne