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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Löschna(LeĆĄnĂĄ)auseigenenWerken,diezumĂŒberwiegendenTeilmitBeifallauf- genommenwurden,375 ihmandererseits aber auchdenRuf eines ‚Modernen‘ ein- trugen. Ebner-Eschenbach vermisste in Schaukals Novelle Mimi Lynx den Gedanken des poetischen Realismus: „Herr Doctor, machen Sie mir einmal die Freude, erzĂ€hlenSiemir etwasvonMenschen,die ich liebenmĂŒĂŸte, so recht von Herzen. Sie können voll Fehler sein, dasmachtmir gar nichts, aber dabei etwas TĂŒchtiges, etwasRechtes.“376AuchFerdinandvonSaar Ă€ußerte ineinemBrief an die befreundete Dichterkollegin die Auffassung, dass Schaukal zwar persönlich ein „netter, sympathischerMensch“ sei, der er auch „einen allerliebsten, kleinen Buben[SohnWolfgang,CM]“habe,mitdemer„ineinemFreundschaftsverhĂ€ltniß stehe“.Doch„[mit] seinenpapierenenKindernkannichabergarkeineSympathie inmir auftreiben. SiewachsenausdemBodenwiedie SchwĂ€mmeund jedesmal hoffe ich etwas Verbindliches ĂŒber das neue Produkt sagen zu können, und nie bring ich’s heraus.“377 Den ‚Modernen‘wĂŒnscht Saar „nur gutenAppetit“,wie er seiner Freundin mitteilt: „Mir ist solcher wenn auch talentvoller Schwulst unverdaulich.“378 AuchSchaukalsunerbittlichesKritikerurteil, fĂŒr das erGefĂ€lligkeitenerwar- tete,wieersie selbstnicht leichtfertigverteilte,wirkteaufEbner-Eschenbachbe- fremdlich. Als sie den Rezensenten um eine Besprechung von Gedichten der Baronin JosephineKnorr (1827–1908) bat, sandte Schaukal einenharschenVer- riss,dessenVeröffentlichungsieunterband.379DerBriefwechselzwischenEbner- EschenbachundKnorr erhellt dieBemĂŒhungender arriviertenDichterinumdie Etablierungder Freundin,380 umso enttĂ€uschendermuss Schaukals anfĂ€ngliche Ablehnunggewesensein. HastduSaars LenauGedicht gelesen? Ich findees sehr schönu. sagtedas einem28 jĂ€hri- gen Vertreter der neuen Richtung: Richard Schaukal. Er ist hier inWeisskirchen bei der Statthalterei angestellt. „ClichĂ©-Arbeit“meinte er. Expliciertemir auch, daß ein lyrisches 375 Vgl.Girardi:MĂ€hrischeSalonkulturamBeginnder literarischenModerne,S. 749. 376 Brief Ebner-Eschenbachs an Schaukal, 9. September 1904, in: Girardi: MĂ€hrische Salon- kultur am Beginn der literarischenModerne, S. 756; sowie in:Warum: Briefe eines MĂ€hrers ausWien indieHeimatundnachBöhmen,S.75–76. 377 Brief Saars anEbner-Eschenbach, 6. Juli 1906, in:HeinzKindermann (Hg.): Briefwechsel zwischenFerdinandvonSaarundMarievonEbner-Eschenbach.Wien1957,S. 158–159. 378 Brief Saars anEbner-Eschenbach, 22. Juni 1906, in: Kindermann (Hg.): Briefwechsel zwi- schenFerdinandvonSaarundMarievonEbner-Eschenbach,S. 155–159. 379 Vgl.Girardi:MĂ€hrischeSalonkulturamBeginnder literarischenModerne,S. 758. 380 Vgl. Ulrike Tanzer u.a. (Hg.): Marie von Ebner-Eschenbach und Josephine von Knorr: Briefwechsel 1851–1908. Kritische und kommentierte Ausgabe. Bd. 1: Texte. Berlin/Boston 2016,S.XXX. 186 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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