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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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sichmit antikenMöbelnumgebenundĂŒber einbesonders feinesNervenkos- tĂŒmverfĂŒgen.443 Der Name Richard Schaukal fehlt sowohl in der Abhandlung Bahrs zum JungenÖsterreich als auch in denmeisten österreichischen Literaturgeschich- ten,die sichvor allemumdieBesucherdesCafĂ©GriensteidldrehenundAlfred Zohner–Mitgliedder Schaukal-Gesellschaft–alsReferenz ausweisen.444 Bahr nimmt in seinemAufsatz „Das jungeOesterreich“ jedochauchvorweg, dass er mancheDichter „ohne rechtenGrundausderGruppe“heraushalte, um imsel- ben Atemzug Carl von Torresani-Lanzenfeld (1846–1907), Heinrich von Korff undRichardSpecht indieRiege ihrerVertretereinzureihen.445 Schaukal schĂ€tzte Bahrs Bedeutung fĂŒr den zeitgenössischen Literaturbe- trieb richtig ein, sandte ihm1896seineVerse zuunddrĂ€ngte selbstbewusst zur Veröffentlichung in derZeit. Die Antwort des Kritikers ist nicht erhalten, doch aus Schaukals Reaktion lĂ€sst sich schließen, dass er eine Publikation in der von ihm herausgegebenenWochenzeitung abgelehnt und dessen literarische Arbeitenals„unreif“bezeichnethat,woraufderGeschmĂ€hteerwiderte:„Ist Ju- gend ‚unreif‘?“ Den von Bahr erhobenen Vorwurf der Manieriertheit wies Schaukal mit dem Hinweis zurĂŒck, er wĂ€re lediglich so manieriert wie „Sie, Bierbaum, George, Hofmannsthal, Altenberg,Wassermann, Schubart, Dehmel [. . .]“, und indemfĂŒrSchaukal so typischenSelbstbekenntniseifer insistierteer aufZugehörigkeit:„Wirschwelgen inunserenKostĂŒmen,wirwĂŒhlenberauscht inunserenkostbarenWorten.Undkeiner hatwie ichdas l’art pour l’art in die Sinnegebrannt.“446 Schaukal positionierte sich als Ă€sthetizistischer Dichter, der die zeitgenössi- schen Literaturmechanismen verstand und sich dessen bewusstwar, dass er an HermannBahr, der ĂŒber zahlreicheKontakte zu den entsprechenden internatio- nalenVerlagenverfĂŒgte,nichtvorbeikam.DochderVersuch,Bahrs Interessemit literaturĂ€sthetischenBekenntnissenzuwecken,blieberfolglos.AuchdieKokette- rie, dass er inAlfreddeMusset (1810–1857), ThĂ©ophile Gautier (1811–1872), Jens Peter Jacobsen (1847–1885) und StefanGeorge, vor allemaber inHofmannsthal „verliebt“ sei, erfĂŒllte ihren Zweck nicht.447 Immerhin schickte Bahr Schaukal 443 Hofmannsthal: Gabriele D’Annunzio. In: GW. Bd.: Reden und AufsĂ€tze I. Frankfurt am Main1979,S. 174–184,hierS. 174. 444 Vgl. Alfred Zohner: CafĂ© Griensteidl. In: Castle/Nagl/Zeidler (Hg.): Deutsch-Österreichi- scheLiteraturgeschichte,S. 1715–1717. 445 Bahr:Das jungeOesterreich,S. 75. 446 Brief Schaukals anBahr, 12. Juli 1897,NachlassHermannBahr imTheatermuseumWien (imFolgendenzit. alsNL-B,TMW). 447 BriefSchaukalsanBahr, 12. Juli 1897,NL-B,TMW. 8 WienerNetzwerke 201
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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