Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Page - 211 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 211 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Image of the Page - 211 -

Image of the Page - 211 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Text of the Page - 211 -

Universum“ in solipsistischer Auffassung wahrnahmen.490 Hofmannsthal be- zeichnete seinMĂ€rchen der 672. Nacht (1895) als „insMĂ€rchen gehobenenGe- richtstag des Ästhetismus“;491 ‚Praeexistenz‘ und Ästhetizismus werden einer literarischen PrĂŒfung unterzogen. Wie Siebenlist fĂŒhrt auch der junge Kauf- mannssohn desMĂ€rchens ein einsames und selbstbezogenes Leben, aber im GegensatzzudiesemisterzuBeginnnochwohlhabendundvonSchönheitum- geben. ImVerlauf der ErzĂ€hlungwird der Kaufmannssohn von objektiv nicht bestimmbaren AngstgefĂŒhlen heimgesucht und es beginnt ein labyrinthischer Parcours der Selbstreflexion, andessenEndeunweigerlich seinAbleben steht. Die letzteEntscheidungdes jungenMannes,sichspontaneinemhohlwangigen, denTodpersonifizierendenSoldaten,dergeradeseinPferdsĂ€ubert,ausMitleid „durch einGeschenk fĂŒr denAugenblick“ zu nĂ€hern, löst seinen körperlichen Niedergangaus.492EinschnöderHuftrittbeendetdasglanzvolleLebendesPro- tagonisten, dem imMoment des Todes die ganze BanalitĂ€t seiner Existenz be- wusstwird.493 EineĂ€hnlicheErkenntnis,dasLebenzwar imÄsthetischen,aberdochsinn- losverwirkt zuhaben,erfĂ€hrtClaudio inDerThorundderTod (1893),undauch der imHedonismusdesAugenblicksversunkeneAndrea inGestern (1891)muss sich eingestehen, dass ihm ebendieses Gestern nicht gleichgĂŒltig sein kann, wennesdenTagdesBetrugsdurchArlette, seinerGeliebten,bedeutet. Hofmannsthal und Schaukal verband in ihrer frĂŒhen Schaffensperiode die Auseinandersetzungmit demÄsthetizismus, ihreWerke reflektiertendenKon- nex und die Dissoziation beziehungsweise Unvereinbarkeit von Leben und Poesie. 8.5 Snobs,dassinddieanderen:SchaukalundArthurSchnitzler WĂ€hrendSchaukal zunĂ€chstHofmannsthal alsdenWienerDichter rĂŒhmte,der neben Altenberg von nachhaltiger Bedeutung sein werde, da sich in ihm der „frĂŒhreife Ausdruck des internationalen Symbolismus“ zeige, sei Arthur 490 Hofmannsthal: Adme ipsum. In: GW. Bd.: Reden und AufsĂ€tze III. Frankfurt amMain 1980,S.597–627,hierS.599. 491 Zit. nach GW. Bd.: ErzĂ€hlungen, erfundene GesprĂ€che und Briefe, Reisen. Frankfurt am Main1979,S.666. 492 Hofmannsthal:DasMĂ€rchender672.Nacht. In:GW.Bd.:ErzĂ€hlungen,erfundeneGesprĂ€- cheundBriefe,Reisen,S.45–63,hierS.60–61. 493 Vgl.Hofmannsthal:DasMĂ€rchender672.Nacht,S.62–63. 8 WienerNetzwerke 211
back to the  book Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne"
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
Weiteres Belletristik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne