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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Page - 219 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

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Veröffentlichung vonBalthesser auch inWien zumKreis angesehener Dichter gezähltwurde. Zumindest vondenOrganisatoren solcherVeranstaltungen, die aus Gründen des Effekts auf ein diffuses Schlagwort der Zeit zurückgegriffen haben. Eisenschitz trieb die abgegriffene Floskel sogar noch auf die Spitze, indem er der von konservativer Seite diffamierten Bezeichnung ‚Moderne‘ das Präfix ‚Hyper‘ voranstellte. Mit Blick auf die Beiträger zeigt sich die Dialektik auskünstlerisch-literarischer TraditionundProgression.Die ältestenVertreter, Liliencron (Jahrgang 1844) undStrindberg (Jahrgang 1849), sollten ebensoTeil derPremieren-Abendeseinwiediedeutlich jüngeren,bereitserfolgreichenHof- mannsthal und Schaukal (beide Jahrgang 1874), Mann und Rilke (beide Jahr- gang 1875). Dazwischen stehen die in den 1860er Jahren geborenen Schnitzler (Jahrgang 1862), Dehmel (Jahrgang 1863) und Beer-Hofmann (Jahrgang 1866). Auch wenn die ‚Modernen-Premieren-Abende‘ nie stattgefunden haben, bele- gensiedennochdiekünstlerischeVernetzung inWien,dieüberdieösterreichi- schen und generationalen Grenzen hinausging und zum Teil auch ästhetisch entfernteAkteure in einer avanciertenVeranstaltung zueinenversuchte.Nicht nur der generationenumspannende künstlerische Austausch ist als internatio- naler Kulturtransfer einWesenszugder ästhetischenModerne.Auchdie Tatsa- che, dass der Künstlerabend im Festsaal des renommierten Österreichischen Ingenieur-undArchitektenvereines stattfindensollte, istAusdruckderZeit.Ar- chitektur, zivilisatorischer Fortschritt und sozialethische Themen verbanden sich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts mit dichterischen Belangen zu interdisziplinärenThemenfeldern,dieauchSchaukalbehandelte. 8.7 IndividualistenundGruppenakteurederAnti-/Moderne InAnlehnunganZygmutBaumansModernity andAmbivalence (1991; dt. 1992) hebt Libor Marek gerade die Heterogenität und das Oszillieren zwischenMo- derne und Antimoderne als Charakteristikum von Schaukals Werk hervor.521 Als ein solches Merkmal gelten auch seine Zwischen-Positionen beziehungs- weise die Positionenwechsel als Gruppenakteur und Individualist. Isolation ist im sozialen Raum nicht ohne Kapitalverlust möglich und widerspricht den Erfolgsbestrebungen. Andererseits war Subjektivismus gerade eine poetische ReaktionaufdieEntwicklungenderModerne. Schaukal inszenierte seineWelt- abgewandtheit als Geste der Genialität, doch später führte das unfreiwillige 521 Vgl.Marek:DieErfahrungderModerne imWerkRichardvonSchaukals,S. 18. 8 WienerNetzwerke 219
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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