Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Page - 344 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 344 - in Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938

Image of the Page - 344 -

Image of the Page - 344 - in Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938

Text of the Page - 344 -

Vera Faber344 Proletariat, ihm scheinbar als Geschenk dargebracht, samt dem Willen, sich anzuglei- chen. Dieses Geschenk wird aber abgelehnt.60 Während deutsche Architekten wie Ernst May, der ebenso wie Frank als Mit- initiator der CIAM fungierte, 1930 mit der sogenannten Brigade May in die Sowjetunion reisten, um im Auftrag der Behörden monumentale Bauprojekte zu realisieren, begab Frank sich im Zuge kleinerer Vortragsreisen lediglich in die österreichischen Bundesländer und ins angrenzende Ausland. Ähnlich wie die Rote Bauhausbrigade, der Mitglieder des Bauhauses rund um dessen ehemaligen Direktor Hannes Meyer angehörten, setzte sich Mays Brigade aus Mitgliedern von Das Neue Frankfurt zusammen, zu denen mit Margarete Schütte-Lihotzky auch eine österreichische Architektin zählte.61 5 Richard Neutra, Wie baut Amerika? Während vielen in Österreich verbliebenen Architekten die internationale Anerkennung weitgehend verwehrt blieb, konnten sich andere in der Emigra- tion sehr gut etablieren. Neben Schütte-Lihotzky, die in Frankfurt und Moskau zu den wichtigsten europäischen Architekten zählte, war auch Richard Neutra im Ausland erfolgreich:  Neutra war 1923 in die USA übersiedelt, sodass er in der Sowjetunion nunmehr als amerikanischer Architekt rezipiert wurde. Seine umfangreich bebilderte Publikation Wie baut Amerika? wurde sowohl in Russ- land als auch in der Sowjetukraine vergleichsweise breit rezipiert. Mit Kak stroit Amerika? erschien 1929 eine russische Ausgabe des Bandes im Moskauer Verlag Makiz.62 Da diese in den (mir bekannten) Bibliografien zu Neutra ausnahms- los nicht in der Liste seiner Publikationen aufscheint, dürfte deren Existenz zumindest außerhalb des russischen Sprachraums wohl in Vergessenheit geraten sein. Neben Russland, wo bereits 1927 eine Rezension zur deutschen Ausgabe 60 Ebd., S.  115. 61 Zum Aufbruch der Brigade Richtung Sowjetunion vgl. Margarete Schütte-Li- hotzky:  Erinnerungen aus dem Widerstand, 1938–1945. Hg. v.  Chup Friemert. Ham- burg:  Konkret Literatur Verlag 1985, S.  26ff. 62 Vgl. Richard Nejtra:  Kak stroit Amerika? Moskva:  Makiz 1929. Auf diesen Band, der mir jedoch leider nicht vorliegt, verweist David Arkin in seiner Studie zur zeit- genössischen Architektur des Westens, gibt dabei jedoch fälschlicherweise 1930 als Erscheinungsjahr an (vgl. David Arkin (Hg.):  Architektura sovremennoj zapada [Architektur des zeitgenössischen Westens]. Mit einem Vorwort von A. Šusev. Ins Russische übertragen von L.  Olisova. Moskva:  Izogiz 1932, S.  186).
back to the  book Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938"
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Title
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Subtitle
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Author
Primus-Heinz Kucher
Editor
Rebecca Unterberger
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Size
14.8 x 21.0 cm
Pages
466
Category
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹