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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Veronika Hofeneder352 anderen Hugo Sonnenschein und Franz Werfel gegründete Genossenschafts- verlag5 an der Sozialisierung von Literatur und Autorschaft gelegen war  – in Opposition zu den die AutorInnen ‚ausbeutenden‘ und den Literaturbetrieb dominierenden Verlagen. Sowohl auf personeller Ebene als auch durch wech- selseitige Inserate waren diese aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs kurzlebigen Publikationsforen eng miteinander verbunden. Gedichte von Sonnenschein, Gründungsmitglied und Autor des Genossenschaftsverlags, erschienen so etwa auch im Sowjet, der wiederum Anzeigen für die Verlagsgenossenschaft Neue Erde abdruckte.6 Ver- bindungen gab es zudem zwischen dem Genossenschaftsverlag und dem Verlag Ed. Strache, in dessen Zeitschrift Blätter des Burgtheaters unter anderem Beiträge von Werfel und Gina Kaus, pseudonym unter dem Namen Andreas Eckbrecht, erschienen.7 Kaus publizierte daneben auch in der Berliner Zeitschrift Der Geg- ner aus dem Malik-Verlag,8 die im Sowjet inseriert wurde und ihrerseits Anzei- gen für den Sowjet schaltete. Politisch positionierte sich der Sowjet radikal-bolschewistisch und propa- gierte Klassenkampf, Revolution und die Diktatur des Proletariats. Berichte über (auch gescheiterte) Revolutionen und Räteregierungen nach russischem Vorbild in Ungarn, Finnland oder Bulgarien wurden als Lehrstücke zitiert. Dies entsprach der anarchistischen Propaganda; die Kenntnis historischer Gescheh- nisse und ihrer Zusammenhänge sollte letztlich zum Gelingen der Weltrevo- lution beitragen.9 Zudem wurde auf aktuelle politische Ereignisse und deren in der literarischen Öffentlichkeit der Zwischenkriegszeit in Österreich und Deutsch- land. Frankfurt a.M.:  Peter Lang 2008, S.  159–161. 5 Weitere Gründungsmitglieder waren Alfred Adler, Albert Ehrenstein, Fritz Lampl und Jakob Moreno Levy (vgl. Hall, Verlagsgeschichte, S.  152f.). 6 Etwa in den Heften zehn und elf von 1920. 7 Andreas Eckbrecht [d.i. Gina Kaus]:  Figaro und Revolution. In:  Blätter des Burg- theaters, H.  2/1919, S.  22–25. 8 Vgl. Gina Kaus:  Ueber den Kritiker. In:  Der Gegner, H.  3/1920–21, S.  71–80; dies.:  Ueber Bauernromane. In:  Der Gegner, H.  2/1922, S.  55–58. 9 S.  folgende Beiträge:  Larin:  Die Wirtschaftspolitik der Sowjetmacht. In:  Sowjet, H.  3/1919, S.  10–17; A.  Lomow:  Ein Jahr proletarischer Diktatur und Volkswirtschaft. In:  ebd., S.  18–23; N. Bucharin:  Der Klassenkampf und die Revolution in Rußland. In:  Sowjet, H.  3/1919, S.  27–51, und H.  4/1919, S.  31–54; Semper Frey:  Koltschak. Eine sibirische Monographie. In:  Sowjet, H.  4/1919, S.  1–14; M.L.:  Ungarn. In:  ebd., S.  14–29; Z–r.:  Die Klassenkämpfe in Finnland 1917/18. In:  Sowjet, H.  5/1919, S.  5–21; Jacques Sadoul:  Tagebuch der bolschewikischen Revolution. In:  Sowjet, H.  6/1919, S.  1–22; J.E. Jotte:  Blockadeschwund, Konsumgenossenschaften und russischer Außenhandel. In:  Sowjet, H.  7/1920, S.  22–28; Guilbeaux Henry:  Wie und warum
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Title
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Subtitle
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Author
Primus-Heinz Kucher
Editor
Rebecca Unterberger
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Size
14.8 x 21.0 cm
Pages
466
Category
Kunst und Kultur
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