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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
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272 Gesa Lehrmann hatte Feuerbach nicht nur seinem internationalen Renommee als Historienmaler, son- dern auch Rudolf von Eitelberger zu verdanken. Eitelbergers Wahl beruhte dabei nicht nur auf den künstlerischen und fachlichen Qualifikationen Feuerbachs, sondern war auch von seinem persönlichen Streben bestimmt, mittels der Kunst Feuerbachs ent- scheidenden Einfluss auf die zukünftige Ausprägung der Wiener Monumentalmalerei zu nehmen. Dieser Aspekt der Berufung Feuerbachs soll im Folgenden genauer be- leuchtet werden.4 Obwohl die Wiener Akademie damals zu den renommiertesten Künstlerausbil- dungsstätten Europas zählte, war sie Anfang der 1870er Jahre stark in die Kritik ge- raten : Neben internen Fehlorganisationen und erheblicher Raumnot innerhalb ihres Hauptsitzes, dem Sankt-Anna-Gebäude, erwies sich das Professorenkollegium als über- altert und seine Lehre als nicht mehr zeitgemäß.5 Insbesondere im Fach der Histo- rienmalerei kam es zu einem eklatanten Mangel an Lehrpersonal. Hatten im Schuljahr 1871/72 noch vier Spezialschulen für Historienmalerei bestanden, war im Lehrplan der Jahre 1872/73 nur noch eine einzige verzeichnet.6 Nicht zuletzt bedingt durch den un- Feuerbach in Wien, in : Anselm Feuerbach  – Stationen : Düsseldorf  – Venedig  – Wien, Speyer 2011, S.  124–161. Obwohl die Ringstraße bereits 1865 feierlich eröffnet worden war, befand sich ein Großteil der repräsentativen Monumentalbauten bei Feuerbachs Ankunft in Wien am 19.  Mai 1873 noch im Bau. Allein von den direkt an der Ringstraße liegenden öffentlichen Gebäuden waren zu diesem Zeitpunkt lediglich die Hofoper und das Kunstgewerbemuseum fertiggestellt, zu den Hof- museen, dem Parlament, dem Rathaus, der Universität und der Börse waren 1873 gerade die Funda- mente gelegt worden. Vgl. Experiment Metropole. 1873 : Wien und die Weltausstellung (Ausst. Kat. Wien Museum, hg. von W. Kos/R. Gleis), Wien 2014, S.  300. 4 Zwar gab Lehmann in ihrer Dissertation an, dass Feuerbach mit der Wiederbelebung der His- torienmalerei in Wien »seinen Beitrag zu der von Eitelberger propagierten ›Wiener Kunstrenais- sance‹, einer Renaissance der Renaissance, liefern« sollte, führte dies jedoch zugunsten des anders gewichteten thematischen Schwerpunktes ihrer Arbeit nicht mittels eines eingehenden Vergleiches der kunsttheoretischen Positionen Eitelbergers und Feuerbachs weiter aus (Lehmann, Historien- malerei [zit. Anm.  3], S.  4 u. S.  50). 5 W. Wagner, Die Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien, Wien 1967, S.  217 f. Auslöser des anhaltenden Ansehensverlustes der Akademie der bildenden Künste Wien war, wie Gerbert Frodl herausgearbeitet hat, die Revolution der Jahre 1848/49, der sich auch Dozenten und Studenten der Wiener Akademie angeschlossen hatten. Das hierdurch hervorgerufene Misstrauen Franz Josephs  I. gegenüber den in Wien verbliebenen Künstlern habe zu lang anhaltenden Pro- visorien und unbesetzten Lehrstühlen geführt, da die Befugnis zur Stellenvergabe innerhalb der akademischen Institution damals dem kaiserlichen Einflussbereich unterstand. Vgl. Geschichte der bildenden Kunst in Österreich. 19.  Jahrhundert (hg. von G. Frodl), München/Berlin/London/ New York 2002, S.  16. 6 Während im ersten Semester 1871/72 Joseph Ritter von Führich, Christian Ruben, Eduard von Engerth und Karl Wurzinger eine Spezialschule für Historienmalerei geleitet hatten, war Engerth im Sommer- und im Wintersemester 1872/73 der einzige Professor für Historienmalerei an der Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Title
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Subtitle
Netzwerker der Kunstwelt
Authors
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
562
Category
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg