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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
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Page - 279 - in Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt

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Rudolf von Eitelbergers Protektion Anselm Feuerbachs 279 verschrieben hatte, erstaunt zunächst. Die Gründe hierfür sind vermutlich in der Kritik zu suchen, der die patriotische Historienmalerei in der zweiten Hälfte des 19.  Jahrhun- derts ausgesetzt war. Mit dem Aufkommen der Geschichtswissenschaften populär ge- worden, hatte sie sich in immer ähnlichen Darstellungen militärischer Schlachten und Staatsakte künstlerisch erschöpft und konnte letztlich mit dem Medium der Fotografie nicht mehr mithalten. Als Entscheidungsbefugter bei der Auswahl einer neuen Lehr- kraft für die Wiener Akademie und eines leitenden Historienmalers für die Ausschmü- ckung der staatlichen Ringstraßen-Bauten hatte Eitelberger einen Künstler zu finden, der ein dem Zeitgeist entsprechendes Konzept von Historienmalerei zu propagieren ver- mochte. Mit dem Kunststreben Feuerbachs setzte Eitelberger jener patriotischen Kunst, die letztlich zur Stagnation innerhalb der Entwicklung der Historienmalerei geführt hatte, nun ein gegenteiliges Konzept entgegen : eine poetisch-vermittelte Historienmale- rei, die sich durch eine gedanklich-abstrahierende Sinnfunktion legitimierte. Kunstthe- oretisch manifestierte Eitelberger dies in einer unter dem Titel Geschichte und Geschichts- malerei in der Wiener Kunstgewerbeschule gehaltenen Rede. In ihr formulierte er mit Verweis auf Aristoteles, dass die historische Malerei, welche die inneren Vorgänge der Seele, Gedanken und Stimmungen verkörpere, philosophischer und poetischer sei als die Geschichtsschreibung. »Sinkt aber die Historienmalerei zu einer Costüm- und Theater- malerei herab, dann […] hat [sie] keinen Anspruch auf eine höhere Stellung.«24 Formu- 24 R. Eitelberger von Edelberg, Geschichte und Geschichtsmalerei. Festrede aus Anlass der Habsburgfeier gehalten am 22.  December 1882 in der Kunstgewerbeschule des Oesterr. Museums, Abb. 4 : Anton von Werner, Die Proklamierung des deutschen Kaiserreiches. Erste Fassung, 1877, Öl auf Leinwand, ehemals Berlin, Stadtschloss, Weißer Saal, zerstört im Zweiten Weltkrieg.
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Title
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Subtitle
Netzwerker der Kunstwelt
Authors
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
562
Category
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg