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Rudolf von Eitelberger und der Archäologe Otto Benndorf 321
Museum in der Hoffnung, dass sich zumindest ein Wiener Käufer fände.26 In einem
Fall tritt Benndorf selbst auf einer seiner Reisen als Käufer von Objekten für das Öster-
reichische Museum in Erscheinung.27 Benndorf regte darĂĽber hinaus aber auch die Aus-
stellung von einzelnen antiken Objekten oder größeren Sammlungen an, etwa jener des
Grafen Karl Lanckoroński, die dieser aus Pamphylien nach Wien gebracht hatte und
deren Herzstück ein später auch im Palais Lanckoroński ausgestellter Erotensarkophag
war (Abb.Â
4).28
Das Rudolfinum in Prag
Großen Raum nimmt in den Briefen während Benndorfs Prager Zeit von 1872 bis 1877
das Projekt eines sogenannten KĂĽnstlerhauses fĂĽr Prag ein, das fĂĽr kunstwissenschaft-
liche Sammlungen und MusikauffĂĽhrungen Platz bieten sollte.29 FĂĽr die Realisierung
26 So z. B. geschehen mit zwei Antiken – einer Doppelherme des Sophokles und Euripides und
einer Brunnengruppe –, um deren Präsentation Benndorf gebeten hatte, siehe Brief Eitelbergers
aus Wien an Benndorf, 13.11.1884 (ÖNB, HAD : Autogr. 640/21-17) : »Verehrter College ! Für
Antiken, die von Ihnen empfohlen sind, haben wir immer Platz. Sie werden sobald sie ankom-
men […] aufgestellt werden im Säulenhofe.« Vgl. bezogen auf diese beiden Antiken : Allgemeine
Kunst-Chronik. Illustrirte Zeitschrift für Kunst, Kunstgewerbe, Musik und Literatur, 9, Nr. 2,
10.01.1885, S. 29 (G. R.) : »Die beiden Stücke, welche zu den schönsten und seltensten Werken
gehören, die uns von griechischen Bildhauern erhalten blieben, sind im Besitze eines römischen
Kunstfreundes, doch es steht zu hoffen, dass die Antiken hier verbleiben, umsomehr, als Wien be-
kanntlich keinen Ueberfluss an griechischen Originalwerken hat.«
27 H. D. Szemethy/K. Zhuber-Okrog, Erwerbungen der archäologischen Expedition nach Klein-
asien unter Otto Benndorf im Jahre 1881, in : Angekommen auf Ithaka. Festgabe fĂĽr JĂĽrgen Borch-
hardt zum 80. Geburtstag (hg. von F. Blakolmer/M. Seyer/H. D. Szemethy), Wien 2016,
S.Â
251–276, bes. S.Â
264–270.
28 Brief Eitelbergers aus Wien an Benndorf, 12.01.1885 (ÖNB, HAD : Autogr. 640/21-24) : »Heut
habe ich den Sarkophag angesehen, den Lanckoronski mitgebracht hat. Er wird in einigen Wo-
chen im Museum aufgestellt werden, mit allen Gegenständen, die L[anckoroński] aus Rhodos u[nd]
Pamphilien mitgebracht hat. Der Sarkophag ist ein PrachtstĂĽck kĂĽnstlerisch u[nd] technisch von
hohem Interesse […].« Zur Ausstellung siehe J. von Falke, Die Kunstgegenstände und Alter-
thümer des Grafen Karl Lanckoronski im österreichischen Museum, in : Wiener Zeitung, Nr. 140,
21.06.1885, S.Â
3–5.
29 Vgl. Brief Benndorfs aus Prag an seinen in Bonn wirkenden Freund und Kollegen Reinhard Kekulé,
22.02.1874 (ÖNB, HAD : Autogr. 667/7-4) : »Eitelb[erger] der Allmächtige ist für diesen Bau ge-
wonnen, der Minister interessirt sich speciell dafür […].« – Zum Rudolfinum siehe M. Marek,
»Monumentalbauten« und Städtebau als Spiegel des gesellschaftlichen Wandels in der 2. Hälfte
des 19. Jahrhunderts, in : Böhmen im 19. Jahrhundert. Vom Klassizismus zur Moderne (hg. von F.
Seibt), Frankfurt am Main 1995, S. 149–233, bes. S. 184–189 mit Anm. auf S. 400 f.; I. Rentsch,
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Title
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Subtitle
- Netzwerker der Kunstwelt
- Authors
- Julia RĂĽdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 562
- Category
- Biographien