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344 Monica Scilipoti
kunstpolitischer Ebene entwickelte, anhand von einzelnen Beispielen skizziert.3 Ab
der GrĂĽndung des Deutschen Kaiserreiches 1871 war PreuĂźen bemĂĽht, seine neue FĂĽh-
rungsposition auf dem internationalen Parkett auch im Bereich der Kunst zu definie-
renÂ
– was unter anderem durch die Ernennung des preußischen Kronprinzen Friedrich
Wilhelm zum Protektor der Berliner Museen unterstrichen wurde.4 Zwar steht die
Kunst- und Kulturpolitik PreuĂźens schon lange im Fokus der Forschung,5 eine tiefge-
hende Untersuchung ihrer Neujustierung in Bezug auf die K.-u.-k.-Monarchie scheint
aber bislang noch ein Desiderat zu sein.6 Da sich das Deutsche Kaiserreich der wil-
helminischen Epoche nur auf Kosten Ă–sterreichs etablieren konnte, erscheint es nicht
abwegig zu vermuten, dass sich die preußische Kunstpolitik auch im ständigen Hinblick
auf die in Österreich parallel laufenden Entwicklungen veränderte und somit anhand
dieses Vergleichs besser analysieren lässt. Umgekehrt dürften die preußischen Unter-
nehmungen in Ă–sterreich genau verfolgt worden sein.
GrenzĂĽberschreitende Zusammenarbeit nach dem ersten internationalen
kunstwissenschaftlichen Kongress von 1873
Richard Schöne und Eitelberger waren zuerst durch die gemeinsame Verbindung zu
dem Kunsthistoriker Albert von Zahn (1836–1873) indirekt in Kontakt getreten. Dieser
3 Einige Aspekte des Kulturtransfers zwischen Ă–sterreich und PreuĂźen werden im Rahmen des Dis-
sertationsprojektes der Verfasserin über Richard Schöne und die Entwicklung der Berliner Museen
tiefergehend untersucht.
4 K. Wehry, Kaiser Friedrich III. (1831–1888) als Protektor der Königlichen Museen. Skizze einer
neuen Kulturpolitik, in : Jahrbuch der Berliner Museen N. F., 54, 2012, Beiheft ; A. Joachimides,
Die Reformbewegung in Deutschland und die Entstehung des modernen Museums 1880–1940,
Dresden 2001, S.Â
53 f.; N. Bernau, Von der Kunstkammer zum Musenarchipel. Die Berliner Muse-
umslandschaft 1830–1994, in : Museumsinszenierungen. Zur Geschichte der Institution des Kunst-
museums. Die Berliner Museumslandschaft 1830–1990 (hg. von A. Joachimides/S. Kuhrau/V.
Vahrson/N. Bernau), Dresden/Basel 1995, S.Â
15–35, hier S.Â
21.
5 Z. B. U. Scheuner, Die Kunst als Staatsaufgabe im 19. Jahrhundert, in : Kunstverwaltung, Bau-
und Denkmal-Politik im Kaiserreich (Kunst, Kultur und Politik im Deutschen Kaiserreich, Bd. 1,
hg. von E. Mai/S. Waetzoldt), Berlin 1981, S. 13–46 ; E. Mai, Die Berliner Kunstakademie im
19. Jahrhundert. Kunstpolitik und Kunstpraxis, in : ebenda, S. 431–480 ; T. W. Gaehtgens, Die
Berliner Museumsinsel im Deutschen Kaiserreich. Zur Kulturpolitik der Museen in der wilhel-
minischen Epoche, München 1992 ; Zur Geschichte der Museen im 19. Jahrhundert 1789–1918
(Berliner Schriften zur Museumskunde, Bd.Â
22, hg. von B. Graf/H. Möbius), Berlin 2006.
6 So werden beispielsweise die österreichischen Entwicklungen im internationalen Vergleich kaum
wahrgenommen, vgl. A. Swenson, The Rise of Heritage. Preserving the Past in France, Germany
and England, 1789–1914, Cambridge 2013.
Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Title
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Subtitle
- Netzwerker der Kunstwelt
- Authors
- Julia RĂĽdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 562
- Category
- Biographien