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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
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Kunstpolitik zwischen den Kaiserstädten 355 schaftlichen Disziplinen (insbesondere einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Fach Kunstgeschichte, die er zu den historischen Wissenschaften zählte), nicht denkbar. Deswegen legte er großen Wert darauf, der Praxis im Atelier eine allgemeine Grund- lagenbildung in einer Künstlerschule voranzustellen. So erklärte er : »Man kann sich eine Akademie denken, an welcher wenige oder gar keine Specialschulen vorhanden sind ; wohl aber ist eine Akademie ganz undenkbar, an der eine allgemeine Maler- und Bildhauerschule fehlen würde.«37 In seiner Argumentation stempelt er die reine Aus- bildung in den Ateliers, in denen Künstler nur unter sich sind, als nicht ausreichend ab. Er bedient sich zwar der schon seit Passavant sowie den Klassizisten und Romantikern benutzten gängigen Argumentation über die Reformbedürftigkeit der Kunstakade- mien, um sie aber ins Gegenteilige zu verkehren : In den zeitgenössischen Ateliers seien die Zustände der Werkstätten vergangener Jahrhunderte auf Grund der historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen nicht reproduzierbar. Eine solche Ausbildung sei nicht in der Lage, die in sie gesetzten Ziele zu erreichen.38 Speziell in Bezug auf Waldmüllers Lehrmethoden erinnert er daran, dass die Künstler, die sich Waldmül- ler anschlossen, Vorkenntnisse durch die akademische Ausbildung besaßen und, sei- ner Meinung nach, nur deswegen Waldmüllers Lehrkonzept in der Praxis erfolgreich erschienen ließen.39 Dennoch wurden die Ateliers als Form der Weiterbildung in der Reorganisation der Wiener Akademie ab 1865 mitberücksichtigt und beibehalten. Dass sie als ›Specialschulen‹ konnotiert wurden, mag für Eitelberger und seine Mitstreiter, abgesehen von der logischen Unterteilung in einen allgemeinen und einen weiterfüh- renden Bereich der Ausbildung, auch eine programmatische Bedeutung gehabt haben. So beklagte er den Mangel an Künstlern in Österreich, die in der Lage wären, eine eigene Schule zu hinterlassen.40 In diesem Sinne ist es durchaus möglich, die akade- 37 Eitelberger, Die Wiener Akademie im Jahre 1872 (zit. Anm.  21), S.  7. Es ist vielleicht eine Ironie des Schicksals, dass gerade dieser für Eitelberger entbehrliche Teil seiner Reform als einziges Wiener Vorbild in manchem Berliner Gutachten Erwähnung findet, vgl. das Gutachten des Direk- tors der Kgl. Bauakademie Richard Lucae in GStA PK, I.  HA Rep.  76 Ve Sekt.  17 Abt.  I Nr.  11 Bd.  2, Bl.  194–201, hier Bl.  200. Im gemeinsamen Gutachten der Berliner Künstler wird zudem die Einführung von Ateliers für junge Künstler gefordert, die wie in Wien nach dem abgeschlossenen Besuch der Meisterateliers weiterhin dem akademischen Betrieb verbunden bleiben möchten, vgl. GStA PK, I.  HA Rep.  76 Ve Sekt.  17 Abt.  I Nr.  11 Bd.  2, Bl.  121–128, hier Bl.  125. 38 Eitelberger, Ueber den Unterricht an Kunst-Akademien (zit. Anm.  20), S.  26–30 ; Ch. Scholl, Revisionen der Romantik. Zur Rezeption der »neudeutschen Malerei« 1817–1906, Berlin 2012, S.  234–247 sowie immer noch grundlegend Mai, Die deutschen Kunstakademien (zit. Anm.  21). 39 Eitelberger, Ueber den Unterricht an Kunst-Akademien (zit. Anm.  20), S.  21 und S.  30. 40 So z. B. ebenda, S.  33 : »Waldmüller gehört zu jenen Wiener Künstlern, die beanspruchen dürfen, im eigentlichen Sinne des Wortes eine Schule gegründet zu haben. Wenn man es genau nimmt, kann man dies nur von drei Künstlern behaupten, nämlich von Waldmüller, Führich und Rahl.«
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Title
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Subtitle
Netzwerker der Kunstwelt
Authors
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
562
Category
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg