Page - 163 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 1
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Und das Iunkerlem
Und sein Schwcsterlein,
Sie wandelten sorglos und rasch und gewandt
Hinab an der liebenden Mutter Hand.
Die Feinde staunen, sie fassen sich kaum
Sie wandelt so still an des Waldes Saum,
Dann wendet sie sich
wohl über das Feld,
Da erhebt sich Balduins funkelndes Zelt.
Wie ist dir zu Muth,'
Starrt woHl ihr Blut?
Die Mutter blicket die Kindlnn an,
Und wandelt getrost die schwere Bahn.
Wer rasselt in eherner Rüstung daher?
Wer trägt den furchtbaren Todcsspeer?
Wem flammen die Augen voll Zornesglut?
Wem bäumt sich das Roß mit kriegerischem Muth?
Der Tag kaum erwacht
Da stürmt er zur Schlacht.
Hervor tritt die Gräfmn, sie beugt das Knie,
Wie stockt ihr der Achem, wie zittert sie!
»Verzeih o Vater, verzeih deiner Magd,
Die vor dir, mächtiger Fürst, verzagt!
Mein theurer Eh'herr, der Graf Walrab,
Er bethet für uns an dem heiligen Grab.
Erbarme dich mein! —
Sie sind noch so klein,
Die Mutter ist schwach, der Vater nicht hier,
Laß ihnen ihr Erb', Erzbischof von Trier'.«
Da wurden die trotzigen Augen so mild,
»Steh auf, du edles Frauenbild,
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 1
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 1
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 8.82 x 14.39 cm
- Pages
- 202
- Keywords
- Sagen, Legenden, Märchen
- Categories
- Geschichte Vor 1918