Page - 184 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 1
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Nach dem Rheine, nach dem Münster
Wendet er den trüben Blick.
Herrlich hier auf diesen Bergen
Blühte lange sein Geschlecht;
Hugo war von edler Sitte,
Kühn und menschlich im Gefecht.
Von den Frauen Straßburgs reichte
Ihm die schönste ihre Hand;
Doch Hiltrudens Herz blieb immer
Ihrer Heimath zugewandt.
Manche Stunde sah sie traurig
Nach dem schönen, hehren Dom,
Welchen Erwins Hand gegründet
An dem väterlichen Strom.
Hugo sprach mit süßen Worten:
Komm' ins Abendroth hinaus,
Komm' und sieh die Rehe springen
In des Waldes grünem Haus'.
Hörst ja gern der Vögel Stimmen,
Wandelst gern im Blumenduft;
Komm' und laß den Falken steigen
Fröhlich in die gold'ne Luft'.
Aber Hugo's Worte lullen
Nicht das Weh der Heimath ein
Immer schaut sie nach dem Münster,
Immer schaut sie nach dem Rhein.
Einst sieht sie des Thurmes Spitze
Herrlich schimmern durch die Nacht,
Neue Sehnsucht weckt im Herzen
Der Beleuchtung hohe Pracht.
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 1
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 1
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 8.82 x 14.39 cm
- Pages
- 202
- Keywords
- Sagen, Legenden, Märchen
- Categories
- Geschichte Vor 1918