Page - 185 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 1
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Und sie ficht den Gatten weinend:
Morgen ist ein heiliger Tag,
Gönne mir, daß ich ihn drüben
In dem Munster feyern mag!
Hugo gibt ihr treue Diener
Auf die Bethfahrt zum Geleit',
Und die Mess' im Dom zu hören
Kommt sie noch zur rechten Zeit.
Aber als der Priester segnet,;
Weht sie an ein kalter Hauch;
Als die Kerzen nun erlöschen,
Da verlöscht ihr Leben auch.
Abends liegt sie in dem Münster,
Eine Blumenkron'im Haar,
Wie am Thurme gestern, brennen ,
Lampen heut' um ihre Bahr. '
Hugo hört'die Trauerkunde,
Und sein Herz erträgt es nicht.
Und man sieht ihn nicht mehr lächeln.
Bis sein Aug' im Tode bricht.
Auf die Trümmer seiner Veste
Kehrt sein Geist noch oft zurück.
Nach dem Rheine, nach dem Münster
Wendet er den trüben Blick.
a v e l st e i n.
(Im Wurtembergischen).
Hier oben auf Berges Spitze,
Im riesigen Wolkensaal,
Hier in der Behausung der Blitze,
Fern menschlicher Lust und Qual,
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 1
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 1
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 8.82 x 14.39 cm
- Pages
- 202
- Keywords
- Sagen, Legenden, Märchen
- Categories
- Geschichte Vor 1918