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Herbergebathen, wurden sie freundlich aufgenom-
men. Der Pfalzgraf war eben anwesend, aber die
Pfalzgrafinn und ihre schöne Tochter kamen in's
Gemach, wo die Fremdlinge beym Abendbrot saßen,
hießen sie willkommen., und die Gräfinn füllte ei-
.nen Becher mit köstlichem Wein, den Agnes
ihnen darreichte.
He i n r i ch s Herz wurde vom Anblick der Jung-
frau wunderbar ergriffen; denn eine unaussprech.
liche Huld war über ihr ganzes Wesen verbreitet.
Er hatte Mühe, sich zu fassen, und auf die Fragen
der Frauen mit Besonnenheit zu antworten.
Ihr kommt von B r a u n schweig? sagte die
Pfalzgrasinn unter andern; erzahlt mir doch etwas
von Heinr ich, eurem jungen Herrn. Er ist nicht
der Freund unsers Hauses, allein er soll edlen Sinn
haben, und nicht rauh und hart sepn gegen seine
Leute, und das muß man auch am Feinde schätzen.
Heinr ich gerieth in sichtbare Verlegenheit,
aber der von Gleichen nahm augenblicklich das
Wort und redete viel zum Lobe des Vraunschwei-
gers. Nur Eins, setzte er hinzu, nur Eins muß
ich an ihm tadeln: er ist ein Wagehals und sein
Muth ist stets größer nicht nur als die Gefahr, son-
dern auch als die Klugheit.
Das haben die Welsen mit den S taufen
Kemein, erwiderte die Grafinn. Der Fuchs ist wohl
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 3
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 3
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 17.32 x 29.0 cm
- Pages
- 204
- Keywords
- Märchen, Legenden, Sagen
- Categories
- Geschichte Vor 1918