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Ich will euch nicht bergen, antwortete der Pil-
ger, daß wir Lchensmänner des Braun schwei-
ge rs sind. Ein Gelübde führt uns an den Nhcin;
im LatM ist jetzt Friede, aber das Herz braucht
auch seinen Gottesfrieden.
Heinrich trat wieder herein, und die Frauen
entfernten sich. Als die Pilgrime in der Frühe des
andern "Tages S t a leck verließen, fanden sie am
Ufer ein Schiff in Vereitschaft, welches die Pfalz-
gräsi'nn bestellt hatte, um sie nach Köln zubrin-
gen. Auch ließ sie ihnen sagen, sie möchten bcy her
Rückkehr wieder Herberg auf dem Schlosse nehmen.
Auf die holde Agnes hatte die herrliche Ge-
stalt des Braunschweigcrs einigen Eindruck
gemacht; doch wäre dieser ohne Zweifel bald vor-
über gegangen, wenn nicht ihre Mutter das Ge-
spräch auf ihn geleitet, und die Vermuthung ge-
äußert hätte: er'möge wohl von edlem StamM
scpn, und sein Gesicht sehe ganz in das Geschlecht
der Welsen.
^ Agnes erschrak bey diesem" Nahmen, beim
die Welsen waren ja die geschworenen Feinde W
res Hauses; die Mutter bemerkte es und sagte:
Wollte Gott, dieser Pilgrim wäre Heinrich
vonVraunschweig, und ein guter Engel hätte ihn
nach Staleck geführt, um den alten Haß durch
einen neuen Liebesbund zu tilgen.
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 3
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 3
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 17.32 x 29.0 cm
- Pages
- 204
- Keywords
- Märchen, Legenden, Sagen
- Categories
- Geschichte Vor 1918