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Der Vater würde das nie zugeben, lispelte
Agp es in anmuthiger Verwirrung.
Die Pfalzgräfinn streichelte ihr- lächelnd die
Wange. Dein Vater ist starrsinnig, sagte sie, allein
mich schreckt das nicht.
Im Gemüthe der Jungfrau ging seit dieser
Unterredung eine sichtbare Veränderung vor. Sie
versank in stille Schwermuth, und stand stunden-
lang auf dem Söller, und schaute träumerisch den
Rhein hinab. Sechs Tage gingen so vorüber; da
ramen die Pilgrime wieder von ihrer Bcthfahrt zu-
rück nach Staleck, und wurden der Pfalzgrcifinn
gemeldet. Sie ließ Heinrich allein vor sich brin-
gen, und fragte mancherley über Kö ln und wie
es ihm unterwegs ergangen. Nachdem das Gespräch
eine Weile gedauert, sah sie ihn gcw freundlich an
und sagte: Ihr könnet mir etwas Angenehmes er-
weisen.
Wenn ich das könnte, würd' ich mich glücklich
preisen, antwortete der Braunschweig^r.
»Es steht nur bep euch und ist etwas, was
jeder Ehrenmann thun mag.«
Ihr habt mein Wort, Frau Pfalzgrasinn,
rief Heinrich; gebiethet eurem Diener!
»Sagt mir eure Nahmen!«
Ich bin Heinrich von Vraunschwcig,
erwiederte dieser mit edlem Stolz. Der Ruf von
der Schönheit eurer Tochter hat mich hierher gezo-
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 3
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 3
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 17.32 x 29.0 cm
- Pages
- 204
- Keywords
- Märchen, Legenden, Sagen
- Categories
- Geschichte Vor 1918