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Aber was hat Heinrich dirgethan? siel die
Pfalzgräfinn ein.
"Ist er nicht ein Welfe?c<
»Kann er mehr dafür, als du, daß du ein
Hohen st aufen bist?«
Der Pfalzgraf rieb sich die Stirn, und sah
finster zur Erde. Die Pfalzgräfinn warf sich an
seinen Hals.
Versprich mir, rief sie, versprich mir, deiner
Tochter zu verzeihen und auch dem Braun schwci-
ger!
Verzeihen und am Ende das alte Lied von neu-
em hören, brummte Konr ad, und versuchte sich
von seiner Gemahlinn loszumachen; allein^fie hielt
die Hände fest um seinen Nacken geschlungen, und
bedeckte seinen Mund mit Küssen.
»Nur verzeihen sollst du ja, nichts als ver-
zeihen!«
Nun meinetwegen, rief der Pfalzgraf; aber
auch nichts weiter, als verzeihen!
"Ich habe also dein Wort?«
Konrad sah seine Gattinn mit Blicken des
Unwillens an. Gilt dir mein Ja nicht mehr? fragte
er ärgerlich. — . :
O es gilt mir mehr als ein Eidschwur, sagte
die Pfalzgrafinn; und damit du siehst, wie ich auf
dieses Ja der Verzeihung traue, so will ich dir
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Volume 3
- Title
- Ruinen
- Subtitle
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Volume
- 3
- Author
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Publisher
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Location
- Wien
- Date
- 1834
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 17.32 x 29.0 cm
- Pages
- 204
- Keywords
- Märchen, Legenden, Sagen
- Categories
- Geschichte Vor 1918