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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 1
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Page - 125 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 1

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IV.3 Salzburg: Salzburg (Stadt) – Bürgerspital ... (Kommentar Nr. 31–35) 125 Trotz des erzbischöflichen Gründungsaktes war das neue Spital der Rechtsnachfolger des Spitalhauses an der Brücke und verfügte auch über dessen Ausstattungsgut; bereits in den 1330er Jahren wurde daher die Bezeichnung purger spital geläufig18. Die vorhan- dene immense materielle Grundlage ermöglichte einen kontinuierlichen weiteren Ausbau der Einrichtung, über deren anfängliche Ausmaße wir weder durch archäologische noch durch schriftliche Quellen näher unterrichtet sind. Auf jeden Fall bot die Lage des Hos- pitals beim westlichen Tor am Fuß des Mönchsbergs die notwendigen Erweiterungsmög- lichkeiten. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts umfasste der weitläufige Spitalkomplex die Spitalherberge, ein Nebenhaus und die dazugehörige Mühle mit der Pfisterei (Bäckerei). In dieser Zeit beherbergte die Anstalt im Durchschnitt etwa 80 bis 85 Frauen und Män- ner, in überwiegender Mehrheit Pfründner/innen. Insgesamt standen 78 Schlafkojen, die meisten davon im hinteren Kirchenschiff, zur Verfügung, für Gäste, in der Regel Pilger, existierte darüber hinaus eine Gaststube mit mehreren Betten. Eine wesentliche Änderung der internen Hausstruktur, nämlich die Trennung der ursprünglichen Einheit von Kir- che und Schlafräumen, brachten schließlich jene Änderungsbauten, die zur Mitte des 16. Jahrhunderts vorgenommen wurden. Nach der Errichtung des vermutlich im Jahr 1562 vollendeten dreigeschossigen Arkadentraktes entlang der Mönchsbergwand standen, auf zwei Stockwerke verteilt, je 15 in den Felsen geschlagene gleich große Pfründnerzellen zur Verfügung, die sich sozial-distinktiv deutlich von den „gemeinen“ Stuben absetzen, je- doch nicht beheizt werden konnten. Ermöglichten diese Kammern auch eine bescheidene eigenständige Lebensführung, so mussten deren Bewohner auf hygienische Vorteile wie ausreichende Belüftung verzichten. Trotz dieser gravierenden Umbauten kam es zu keiner 18 Weiss–Kramml, Bürgerspital 70; ähnlich argumentiert Jetter, Europäisches Hospital 64f. Abb. 10: Salzburg; Arka- denhof des Bürgerspitals St. Blasius aus dem 16. Jahr- hundert (Vorzeichnung zum „Kronprinzenwerk“ [Die österreichisch-unga- rische Monarchie in Wort und Bild, Wien 1886– 1902, Bd. Oberösterreich und Salzburg (Wien 1889) 553]; Quelle: ÖNB, Bild- archiv, Inventarnummer Pk 1131, 241).
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 1
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
1
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
432
Category
Medizin
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Library
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