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496 I. Österreich: Hofspitäler (Edition Nr. 1–16)
spital gehörig sein, derhalben wierdt ime, dem spittalmaister, ain abschrifft des urbars
und ain auszug zuegestellt werden, darnach solle er solche ausstänndt und diennst
vleissig einfordern, selbs empfhachen, vleissig aufschreiben und zu ausganng des jhars
neben annderm unndter ainer sonndern ruberigkhen in seinem empfhanng nemben und
stellen, wo sich aber die schulldner yber sein ersuechen mit bezallung ungehorsamblich
hiellten und die bezallung nit zu rechter zeit thuen wollten, soll er das [6r] yeder zeit an
dem ambtman zu Gmundten, hoffschreiber und die verweser zu Haalstat lanngen lassen,
damit gegen denselben die notdurfft gehanndlt müg werden.
[13.] Unnd damit mergemellter spittalmaister in auszallung der armen leydt ain
guette richtigkhait und ordtnung hallten und sich die gemellten armen leydt ynner-
und ausserhalb des spittalls umb sovil zeitlicher mit einkhauffung vleisch und anndrer
notdurfft versehen mügen, so solle er die alle wochen am Sambstag umb die zwelff urr
nach mittentag, die er innen zu khundt thuen solle, vermüg des regissterleins, so ime
yedes jars in der Weichnacht und Sonnwenndt rayttung durch die herrschafft zuegestellt
wierdt, in dem spittal bezallen, und in solcher bezallung khainen gefärlichen auszug
prauchen, welcher aber unndter denselben der geordennten stundt nicht nachkhomen,
dem mag er das gellt dieselb wochen verhallten, doch ime dasselb hinach dannocht volgen
lassen.
[14.] Gemelter spittalmaister solle für sich selbs khainen in das spittal zunemben, oder
draus zu urlauben haben, on vorwissen und bevelch des ambt manns zu Gmundten und
verweser zu Haalstat. [6v]
[15.] Er soll auch khainen khain sonnder gnaden gellt fur sich selbst zuegeben haben,
er hab dann desselben von ainem ambtman zu Gmundten oder dem hoffschreiber und
verwesern zu Haalstat bevelch, was ime aber durch dieselben bevolchen wierdt, das soll
ime gegen gebürlicher geschäfft zetl in seiner rayttung passiert werden.
[16.] Er, spittalmaister, solle auch auff die jhenigen inner und ausser des spittals,
so das almußen gellt emphanngen, sein nachtrag und sonnders ansechen haben, wie
dieselben personnen solche gelt anlegen und wo befundten, das mit demselben nit, wie
sich mit dem almußen gepürdt, gehanndlt, sonnder ubermessiger oder ungebürlicher
weis gehanndlt, solches dem hofschreiber zu Haalstat anzaigen, der soll macht haben,
demselben das gnaden gellt widerumben abzuschaffen, damit unzimbliche zerung und
anwerung des almußens verhuet und mit demselben nit örgerlich umbganngen werde.
[17.] Ferrer solle der spitalmaister die armen spittalleidt nit allain, als obsteet, zu
allem andächtigen und embsigen gepet zu Got, für alle anligen gemainer cristennhait und
sonnderlich für die fürsten von Ossterreich alls stiffter und steurer dises und annderer
spitäller und anndern cristenlichen wergkhen alles vleis vernomben, sonnder auch sy alls
die khranngkhen und sterblichen dahin weisen und hallten, das seu [7r] das hochwierdig
sacramenndt des alltars nit allain zu gewönnlicher osterlicher zeit, sonnder offter im jar,
wann es aines yeden schwachait erfordert, empfachen und als die recht crist glaubigen
alle zeit in der forcht Gottes steen und wann nun derselben spittalleydt ainer oder mer
in todtes nötten ligen wurdt, soll er alspallt den hofcaplan zu im bringen, der ime verrer
mit dem sacramennt versech und mit cristlicher leer im glauben alles vleiß unndterricht.
[18.] Sovil dann das gebey an beruertem spitall betrifft, weil dasselb noch bisheer nit
gar verricht, was an dem selben noch verricht sol werden, wie der zeug darzue bestöllt,
wie mit den werchleydten und maisstern solcher arbait und belonung halben gehanndlt
und beschlossen, wie man auch die gemainen arbaiten belönnen, das alles sol er nit für
sich selbs, sondern yeder zeit nach rath und bevelch des ambtmannß zu Gmundten und
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin