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I. Österreich: Hofspitäler (Edition Nr. 1–16) 497
der verweser zu Haalstat hanndlen, und was ime also bevolchen, demselben mit höchsten
vleis nachkhomen und vleissig auf die arbaiter sechen, auf das sy ire lönn, wie sich gebürt,
verdiennen.
[19.] Unnd an den veyer nächten sol er die arbaiter, so also bei der spitalarbait sein
werden, in den ambthoff beschaiden, dieselben den verwesern furstöllen, die sollen durch
seu, die verweser, aigenntlich beschriben und die verricht arbat, auch daneben anzaigt [7v]
werden, dieselb beschreibung oder particular solle durch sy, die verweser, unnderschriben
und dem Khällßen zuegestellt werden, darnach sol der spitalmaister die arbatter ablönnen
und dann die berüerten wochennlichen particular in seiner rayttung fürbringen unnd
einlegen.
[20.] Und nachdem man yetzo von wegen unndterbringung und behörbung merer
armen leydt mit zuerichtung und erpauung merer camer und gemächl in dem spital im
werch, wann nun dieselben förttig und dergleichen personnen von ainem salzambtman
und den verwesern in das spitall zu nemben bewilligt, soll der spitalmaister diselben nach
gelegenhait aines yeden khrannckhait und notdurfft einzuemben und aus denselben
cammern zethuen macht und darneben ain sölch vleissig aufsehen haben und bevelch
bei innen, den spittalleydten, thuen, das sy nit allain sich mit irer personn, auch beruerte
ire aigne und die anndern gemainen haimblichen gemäch, sonnder auch daß ganntz
haus, sovil müglich, sauber und rain hallten, also das damit merere khrannckhait und
beschwarung, die also ain obrigkhait und die spittalleydt selbs unndter einanndter haben
möchte, fürkhomen und verhuett werdt.
[21.] Daneben sol er, spittalmaister, auch die merberuert spittal behausung mit allen
dingen in guettem [8r] wesen erhallten, und wo an demselben und sonnderlich an dem
tach, was mannglen zu wenndten und pössern von nötten, dasselb dem hofschreiber und
verwesern umb iren bevelch anzaigen und on ir vorwissen für sich selbst khain pau oder
gemächt anlegen.
[22.] Er solle auch von stundtan nach rat des hoffschreibers und die verweser zu
Haalstat in der armen leydt chämerle geschmeidige hültzenne spanpetl machen und die
mit stro ausfüllen lassen.
[23.] Zu solchen spanpetlen solle er auch zu nechst khunfftigen sannt Lynnzer
marckht ain, zwen oder drey cennten federn darzue, auch die plachen, daraus pöt ziehen
gemacht, khauffen, und in yedes cämerl ain feder petl machen lassen, gleichermassen
auch zu yedem pöth ain cotzen und sein vleissig aufsehen darauf haben, damit solch
pöthgewanndt sauber gehallten und nichts davon verloren werde; und, was er umb solche
pötgewanndt ausgeben wierdt, in seiner rayttung gegen anndern ausgaben ordennlich
fürbringen und verraydten.
[24.] Ime wierdt auch hiebei aller sachen, was ime spittal auch in derselben khyrchen
verhanndten und zu dem spittal gehörig, ain verförttigt invenntari zuegestellt und ime
solche sachen alle eingeantwort worden, umb dasselb und, was ime noch khunfftig
eingeanntwort wierdt, sol er und seine erben rayttung und veranntworttung zethuen
schulldig sein. [8v]
[25.] Umb solcher vorbeschribnen sein, des Khällßen, verwalltung willen ist ime auf
der khu(niglichen) m(ajestä)t etc. wolgefallen wochenlich zu besolldtung bestimbt worden
4 ß. den., der mag er sich alle wochen selbs bezallen und dieselb ausgab gegen seiner
quittung in sein rayttung einstöllen und solle ime dieselb sein besölldtung von einganng
des XVc und LV. jars angerait werden.
[26.] Er, Khällß, sol auch sein rayttung emphanngs und ausgebens alle jar zu den
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin