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II.2 Vorarlberg: Bregenz – Leprosenhaus (Edition Nr. 18) 517
acht tag unnd dann aber ains acht [tag] lang nach ain andern verordern. Darzu ob auch
ain kindt aignen wein in den keller legen welt, so sol es doch allein nit in den keller zu
geen macht haben, sondern allwegen, wie obsteet, die magt oder ain hauß kindt mit im
nemmen unnd wann es zu nacht umb neun uhren ist, so sollen weder magdt noch hauß
kindt verer nit in keller mer gen, sonder soll die magt den schlüssel zu ir nemmen, sich
nider legen und weitter kainem kain andtwurt zegeben schuldig sein und sy, die kinder,
darbey unverwaren bey ruoben beleiben lassena.
[7.] Zum sibenden und dieweil wie obsteet teglich vil über das haus geet, so ist aines
ersamem raths bevelch, welcher armer man oder frowen person, so leibs vermuglich,
der oder dieselben sollen helffen schnitten, weschen, gartnen, hewen, den graben j[e]he
jezeitten aufwerffen und dergleichen ring kheer und arbaitten thun, damit sollichs [/] mit
wenigstens des hauß schaden verricht werden muge, wie sy dann sollichs bey innen selbs
schuldig zesein abnemen kunden.
Unnd so inen ain jeder pfleger nachvolgende pfrundt getreulich zu geben verordnen und
sich dero die kindt settigen und be[g]nuegen lassen.
Item yedem kind ain ganze wuchen fur achzechen pfening brot, thuoth ainundzwainzig
pfeningwertige brott.
Die magt ir selbß nemmen fur 2 ß. d.
Item in vier tagen in der wuchen zwaymal und nit mehr zu mittag unnd nacht und
namlichen von Osstern biß gen herbst zeitten, so man ein mezgen, zwayen kindern ain
pfundt flaisch geben unnd das eigen flaisch unnd waß man innen darzu schenckht unnd
umb Goz willen gibt, soll inen die magt zum nuzlich und gleichlisten, so sy kain eintaillen
unnd die pfrund damit pessern.
Zwaymal in der wuchen kuechlin oder fladen bachen und j[e]dem ainen geben und den
andern tag ettwo in der Vassten oder wann man heurling facht oder [/] die visch nit gar
zetheur sein oder so sy baden oder zum hochwürdigen sacrament geen, ain essen visch
unnd sonst bonen, erbßen, muoß und dergleichen yhr nach gelegenhait der zeit speißen,
darzu jedem deß tags, wie obsteet, ain halb maß wein geben, welches kindt auch nit
kranckh ist, dem sol die magt kain morgen essen, sonder nur das ymbiß unnd nachtmal
zu geben schuldig sein. Die kinder und megt sollen auch furnemlich unnd insonderheit
deß hauß nuz und frumen furdern, schaden und nachtail, so sy den erfahren werden,
darauff sy auch jeder zeit ir vleissig achtung unnd nachfrag haben sollen, ainem ersamen
rath oder dem pfleger eroffnen, warnen fur kumen und wenden, als sy danne dessen auch
pillich schuldig sein alles erberlich auffrecht, betreulich und ungefärlich. Ain ersamer
stattaman und rath will ime auch vorbehalten haben, dise ordnung jede zeit nach deß
armen hauß ein kumen, vermugen und gelegenhait der zeit zemindern, zemeren und uff
andern mittel und weg zerrichtenn.
Actum Dorntags nach Jacobi anno etc. [15]65.
a -en unter der Zeile nachgetragen.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin