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540 III.2 Tirol: Hall/Tirol – Bürgerspital (Edition Nr. 22–26)
etwas erweitert und merer sambt ainer schidwant, wie in der manßstuben gemacht und
dem gesonten der vorder- und den kranckhen der hinder thail eingeraumbt, auch zu
dem ende diser mit zimblicher gnüege petstathen und peth versechen, sowoll ain ofen
gleicherweiß, wie in der anndern stuben dahin gericht, auch ain haimblicher abtrit, wo es
die gelegenheit am besten geben khan, gepaut und der Mülpach ob dem spital durch den
selbigen und daß spital in den graben hinaußgefiert und also dergestalt die manß- und
weibs personen, auch die gesonten und khranckhen von einannder abgesondert werden.
[439r]
[4.] Damit aber auch die jenigen personen, so mit krankhheiten nit behafft,
etlichermassen mit notwendiger ligerstath versechen werden khünden und nit alle
übereinander zu nechtlicher weill, bevorab winters zeit, in stubmen bleiben derffen, als
sollen auf den poden uber die erst stiegen, wo es am füeglichisten ist, etliche peth in
absonderlichen orth für man- und weibspersonen zuegericht werden.
[5.] Und weillen auch sonst sovill fürkhomen, daß die jenig glegenheit, weliche
für die priester und anndere personen, so sich walfahrten, begeben und, alda im spital
ankhomen, gehörig, ist gar schlechtlich versehen, bevorab weillen gar khein fenster
vermacht, auch khein ofen daselbst ist, damit sy in winter vor khelten verwarth und
absonderlich von den anndern gemainen gsündl sein möchten, wan sich dan villmals
begibt, daß unnder dergleichen leüth sich zimblich fürnembe personen befinden und also
nit unbillich, daß disfals mit jenen ein underschid gehalten werde, derowegen so sollen
irer d(urchlauch)t gnedigisten bevelch nach die fenster desselbigen orths nit allein mit
scheiben notwendig versechen, sondern auch soliche camer erweitert und die hülzene
wanth, so daryn ist, heraußgethon, sauber geraumbt und in annder weeg, bevorab daß
petgewandt, also zue und ain ofen [439v] darein gericht werden, damit sich die priester
und pilgram allzeit absonderlich von den anndern gemainen armen leüthen rüebig und in
gueter sauberkheit aufhalten khünden.
[6.] Nachdem aber, wie oben vermelt, durch das losamenth der weibs personen
deß thorwarts cämerl beim thor, wie man bericht worden, müeß hinweckh gebrochen
und also ime, thorwarten, ein anndere glegenheit gemacht, als solle angeregtes cämerl
gleichwoll hinweckh gebrochen, jedoch von demselben etwas wenigs und sovill
vorbehalten, damit ime, thorwart, auß demselben und dem schwibbogen, so beim thor
ist, ein annders cämerl müge zuegericht werden, gleichsfals auch seitemalen man zwaer
warterinen, so den khrancken außwarthen, bedürfftig und dieselben auch mit ainer
absonderlichen glegenheit zuversehen sein, als soll für dieselben aintweders daß jenig
mülchkhämerl, so an daß egg der spitalkhirchen, da man von spital in die khürchen
hinein gehet, stosst oder aber dasselbig orth, alda sonst die khrautprenten stehen, ain
cämerl zuegericht und inen eingeben werden, damit sy umb sovill neher an der stell und
den khranken besser abwarthen mügen.
[7.] Demnach und auf solich obhöchst gedachter f(ü)r(stlicher) d(urchlauch)t
sonderbaren gnedigist verordnung wellen in dero [440 r] selben namen wir euch alles
ernsts hiemit auferlegt haben, daß ir aines und annders oberzeltermassen oder wie es euch
selbsten mit rath und guetachten obernenter commissarien und der pau verstendigen
am füeglichisten und besten zu sein ansechen würdet, mit negsten, sovill es sich thuen
lasst und sein khan, für handen nembet und alles aufs best und bestendigist, doch mit
geringsten uncosten, sovil müglich pauren und zu werckh richten, auch sonst euch
die sach mit solichen ernst und vleiß angelegen sein lasset, und daß jenig volziechet
wies disfals gueten, fromen, eüffrigen christen woll gebürt und zuestehet, auch vor
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin