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IV.1 Salzburg: Laufen – Bürgerspital (Edition Nr. 27) 555
IV.1 Salzburg: Laufen – Bürgerspital (Edition Nr. 27)
Nr. 27
Ordnung des Bürgerspitals in Laufen (Bayern).
Laufen, sine dato [1618]
Archiv: StA Laufen, Az 8625
Statuta oder sazungen, wie die jenige arme leith, so in das burgerspittall zu Lauffen
eingenommen werden, beschaffen sein und wie sye sich verhalten sollen.
[1.] Erstlich sollen alle die jenige persohnen, welche in diß spitall eingenommen
werden, burger und aines christlichen catholischen glaubens sein.
[2.] Zum andern sollen sye arm, dürfftig, alt, schwach oder sonst prechhafft sein, also
das sye ir nahrung selbs nit mehr gewünen mögen, deswegen diejenige, so nit burger, oder
sonst an leibs cröfften noch so starckh sein, das sy ir broth selbst gewünen khünen oder
das irrige unnüzlich verschwendt und verthan haben, ausgeschlossen werden, damit den
ubelhausenten burgern die thür zum ü[b]el hausen nit gar so liederlich geöffnet werde.
[3.] Drüttens sollen die spitaller (sovern sye es leibsvermügenheit halber verrichten
khünen) alle tag des ganzen jahrs, auf das weingist zum hoch ambt, in der pfarr khürchen
sich erzaigen und dem almechtigen ir gebeth andechtigclich auf opfern.
[4.] Vierttens sollen sy alle tag allwegen zu nachts, wan man schier will schlaffen
gehen, in d(er) gmain stuben zu sammen khommen und sambentlich jeder mentsch [/] in
ain besonders orth, nider khnüeen und Gott zu lob und danckh für ir hoch fürst(lichen)
g(nä)d(igen) unnsern g(nä)di(g)isten landts fürsten und herrn etc. alß rechten patronnen,
auch andere stüffter dises armen hauß, fünf vatter unnser und fünf ave Maria, auch
ain christlichen glauben betten und welchen diß, so in den nechsten zwayen puncthen
begrüffen, nit wurden verrichten, deme oder dennen solle das nechstemahl darnach zur
straff daß essen abgebrochen werden.
[5.] Fünfften sollen sy allezeit, wann sye mittag und nacht essen wöllen, ir andechtig
gebeth zum benedicite und nach dem essen zur dankhung der empfangnen wolthatten
das gratias sprächen.
[6.] Sechtens sollen die spitaller jeder zeit fridlich, ainig und gotts förchtig
beyeinander wohnen, niemandt bey verlierung ires almusen weder Gotts lösstern, zanckh,
hader, zwispaldt und unainigkheit anrichten, noch weniger wider ire geordnete obherrn,
wedter mit wortten noch werckhen, im geringsten sich nit aufleünen, sonder was inen
geraicht würdet, alles mit danckhbarkhait in geduldt annemmen.
[7.] Sibenten sollen die spittaller alle und jede nit allain jährlich zu ossterlicher zeit
den schuldigen christlichen chatholischen gehorsambs des beichten und communicirn
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin