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568 IV.3 Salzburg: Salzburg (Stadt) – Bürgerspital, Bruderhaus und Leprosenhaus (Edition Nr. 31–35)
selben getreulich aufgewardt werde, mit atzen, drenngkhenn, heben und legen, wischen
und waschen unnd sauber zehallten. Auch denselben, so nottdurft ist, ains oder mer
zue schaffen hilff und hanndraich zuthun ongeverde. Und wer des widersessig gefunden
wurde, der werd gestrafft, wie vor begriffen ist. [128r]
[13.] Item es sollen auch die ytzgeordenten mann und frauen mitsambt dem
unndtermaister ordenen und schaffen bey tag unnd nacht über die kranngkhen, die da
arbaitten und sich stellen zu dem todt demselben obzesytzen, wachen und beystanndt
thun, ettliche vor und ettliche nach mitternacht treulich und on gever. Wo aber solch
geschefft on zimlich und billich ursach widersässig wurde gefunden, der sol gestrafft
werden nach gelegenhait, wie oben steet.
[14.] Item es sollen auch solh geordent person zu der oberen und unndteren stuben
ainem yeden treulich sein und in khainerlay weyse günstig oder ungünstig, fürderlich
oder unfürderlich sein, weder durch muet noch gab oder das geverlich genannt mag
werden, und wer des gefunden wurde, der sol von dem spitalmaister ernnstlich gestrafft
werden, wie dann gut zimbt etc.
[15.] Item so ain mensch mit tod verschaidet und abgeet, so sol der unndtermaister
imm spital ausserhalb der ytzt geordenten personen mit des verschaiden menschen hab
und gut verlassen, nichts schaffen, [128v] noch thun noch veränndern, klain noch gros
besonnder unverrugkht und verfiehert werden bis auff zuekhunnft des spitelmaister oder
spitalmaisterin. Es sollen auch das spanpett oder pettstro aines yedlichen verschyden
mennschen durch nyemand angerurt, ausgeschütt noch getragen werden on beysein der
geordenten person. Wurde das aber annders gefunden, so sol der spitalmaister das straffen
nach verschuldung, wie ine gut gedungkht.
[16.] Item ob ain kranngkhs unnd mit tod abgienng, ainem, der im auswarten ist,
ettwas klains schueff und vergunet, das on schaden dem spitl und gemainem nutz ist,
das mag und sol ime beleiben, doch mit des spitelmaister willen und gunst und sonnst
in khainer weyse verhallten werden, damit nit dieberey beschehe und das gotshaus
und gemainer nutz nit gefrävelt werde oder gehynndert. Wurd aber darinnen annders
gefunden, der werde gestrafft von dem spitalmaister.
[17.] Item es sol auch ains dem annderen imm spitel noch ausserhalb nyemand
nichts entragen noch stelen oder in der wësch geverlich [129r] verännderen noch
verwechseln oder unnderslahen in khaynerlay weyse. Wer des begriffen wurde, nach seiner
verhanndlunng sol das aus dem spitel geschafft oder in das khöterl gelegt werden oder die
pfrundt auff zeit lennger oder khürtzer genommen werden.
[18.] Item so ainem dy pfrundt verhalten unnd genommen wirdet nach
verhanndlung, so sol dieselb getailt werden, den notturfftigen im spital, die nit haben
pfrunndt oder annderen, die meer notturftig sein, die zu zeiten in jämerlicher und
hunngriger zeit da liegen, durch den unndtermaister treulich und ungeverlich.
[19.] Item wer sein pfrundt verkhauffen wolt oder wil, der sol die geben vor
menigklich ainem, das darinn ligen, ist jëmerlich unnd ëllendigklich; so aber nyemand
da wär, der dy pfrunt khauffet, so mag alsdann ain yeglichs sein pfrundt ausserhalb
des spitals verkhauffen. Wer das überfuer, wie da stet, dem werd die pfrunt von dem
unndtermaister verboten, desselben tags genommen.
[20.] Item es sol auch khains, das im spitel ist, in den offenen weinheussern noch
pirheusern [129 v] ungewöndlich und unzimlich sitzen. Wer des also gewondlich
gefunden wurde, der sol gestrafft werden von dem unndermaister mit vorhalltung der
pfrunndt, nach verschuldung, lennger oder khürtzer.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin