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IV.3 Salzburg: Salzburg (Stadt) – Bürgerspital, Bruderhaus und Leprosenhaus (Edition Nr. 31–35) 573
[1.] Erstlich dy kirchen sand Sebastian den sagren mit mess gebant, ornat, khelich,
altarthuecher, auch puecher, der zal hernach begriffen, treulich zu versechenn, sambt dem
freythoff.
[2.] Zum anndern das bruederhaus darann sambt dem gartenn, stall unnd holzstadtl
dapey, auch oberhalb unnd unnterhalb der khirchenn zbo wasserstuben sambt dem
schöpfprunen sol er auch alles treulich und ungeverlichen innhallten sol und versechen,
auf sölhen grunnt, darauff dy kirchen und bruederhaus stet, ist liegenn gült järlich zu
der burgerspitl X ß. den. unnd II hennen, so noch unabgelost, [3v] auch syder nye dient
worden, sunnder albegenn inne lassen, zu beleichtung des khnöllenn meß, dy danen auf
gedachts spital gestifft.
Was annder sachen auff gemeltenn grunnttenn unnd hoffstat ist gelegen, seinn alle
abgelost unnd abkhaufft worden, darumb brieflich urkund vor hanndenn, so in gemainer
stat khamer gelygnn seinn.
[3.] Es sol auch ein yeder bruedermaister dy khirchen unnd bruederhaus versechenn,
als pesst er khan unnd mag unnd so verr das täglich allmusen unnd gab geraichet, dy
armen leut und kirchverrtbrueder yber nacht beherbergenn, doch auff ir khost, dy weil
gemelts bruederhaus mit eingang nit versechen ist, ob ainer so gar armm, und gar nit
hete, zimlich nach statten des allmusen beherbergenn [4r] uber nacht, damit ein yedes
furpas weytter khommenn muge.
[4.] Auch ainem yedenn burger alhie, ob es zu schulden ainenn krangkhen erhalten
hiet, es sey geleich eehalten oder annder, unnd der selb burger in das bruederhaus
wolt thuen pis zu pesserung seines gesuntes unnd ime denselben krangkhen dy speis
in das haus gäbe oder mit bruedermaister desthalb sich vergleicht, für speis wardt. Sol
bruedermaister von gemainer stat wegen schuldig und pflichtig sein, solich unnd ainen
yeden burger der mainung nach, wie vor anzaigt, zubehalten, doch in allweg gemainer stat
unnd bruederhaus on entgelt unnd schaden, dieweil vilgedachts bruederhaus nit ander
oder sonnder eingang hat.
[5.] Was aber gar armm durch streichend leutt schadhaft unnd krangkh, ob es sich
ergebe, sol ain bruedermaister auff aines begernn unnd [4v] durch Gottes willen behalten
ainen tag, zben, drey pis in acht tag, das ainer weyter mog ziechenn und rayßen und ime
deselb das allmusen mittailen, als vil und es stat mag haben, das ain solcher armer ain
aufenthaltung unts er sich weytter möge richten unnd uber solch zeit khainen weyter
behalten ohn ehaft sichtig not unnd dannoch on entgelt gemelts bruederhaus, dy weyl es
nit eingeng oder sonnder nutzung bisher hat.
[6.] Es sol auch ain yeder bruedermaister gemelts bruederhauß zu chönfftigem durch
ine ainn unntermaister aufgenommenn werdenn, der in mergemeltem bruederhaus
wesendlich wonet und nachgesetzter obmann yber die khirchen und armm leut in dem
haus mit allen sachen treulich versechen, mit anschaffen der arbait unnd annders, so der
kirchen mergemelts haus und armm leut täglich und all stund zu thain geflissen, unnd
darzue ainenn mesenkhnecht und ain unnterknecht, damit dy khirchen und bruederhaus
auch armm leut [5r] mit allen sachen versechen gewart, der unntterknecht mit dem khorb
umb das allmusenn in dy stat, mit todten leutten zu begraben allzeit unnd was solich
unnd annder arbait bey vilgedachtem haus notturfft von ainen unttermaister geschafft
wirdet, das solich knecht unnd armm leut ime desthalb dem unnttermaister gehorsam
thain sollen, auch sol der unnttermaister treulich aufsehen auff dy khöchin und diernenn
sambt den knechten, das den armenn leutten treulich khocht, gewaschen, padt und
nach aller notturfft ausgewartet werde und khaines zu uberschätzen oder ubernemenn
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin