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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
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Page - 574 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2

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574 IV.3 Salzburg: Salzburg (Stadt) – Bürgerspital, Bruderhaus und Leprosenhaus (Edition Nr. 31–35) gestatten, uber solich unnttermaister knecht und diernn erhallten, auch uber all armm leut, so in benannten brueder haus wonen, sein oder werden, sol der bruedermaister, der zu denn zeiten sein wirdet und von gemainer stat gesetzt, völligen gewalt haben, es sey frau oder mann, die sich ungepurlich oder nach seinen gepot und geschafft nit gehorsamlich hieltenn, dy selben mag er straffen nach gelegenhait der sachen, in das khörterl, pfruent oder ir speis auffzeheben vorbehalten oder gar aus be[5v]melten bruederhaus zu urlauben und annder hineinzenemen oder wie ime das am pessten fuegen wil, des hat er macht unnd gewaldt. [7.] Auch sol der bruedermaister mit dem unnttermaister darob sein, wo ein armms mensch, so krangkh unnd legerhäfftig wäre, das ime ain anders armms mensch, so sich was vermag auszewarthen, zuegeschaft werde. [8.] Auch ist zewissen, wer in das bruederhaus kumbt und darinne sein leben beschleuesst, das sol der bruedermaister von dem bruederhaus gelt zu der erden bestatten unnd ob es sovil hinnder ime lesst, das er inne mag davonn ain meß oder selambt auff zben und dreyssig pfenning, nit höher, begen lassen und was das armm mensch hinder sein lässt, es sey wenig oder vil, das sol der bruedermaister [6r] zu seinen hanntenn nemenn und zu der bruederhaus kirchen unnd armer leut notturft anlegenn. Es sol auch ein yedes armms mensch mit seinem gut, dy weil es lebt, frey sein unnd mag es zu seines leybs notturfft gebrauchen unnd verzernn. Es sol auch khaines, so in dem bruederhaus stirbt und von dem allmuesen desselben bruederhaus sein speis genommen hat, nit macht haben, ainicherlay geschäft oder desgeleichen hinder ime zelassen. [9.] Auch sol ain yeder bruedermaister järlich alles einnemmen und ausgeben des pau unnd annders den burgermaisteren von gemainer stat wegen oder wen dy burgermaister dartzue verordenenn, zu mer gemellter gemainer stat rechnung thain. Nr. 33 Ordnung des Bruderhauses (St. Sebastian) in Salzburg. [Salzburg,] 1610 August 23 Archiv: AStS, Städtisches Stiftungsarchiv, Akten (Abschrift 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts) Bruderhaus ordnung von anno 1610 Ordnung und gebott, welchermassen sich sowohl die armen leith alß dienstboten in dem lobl(ichen) bruderhaus bey s(ank)t Sebastian allhier zu verhalten haben. [1.] Zum ersten dieweil dieß arme haus Gott, dem allmächtigen, zu lob und denen armen presthaften menschen zur nothdurft von vielen gottseligen leithen gestift, von dem hochwürdigsten unsern dieser zeit lob(lich) regierenden landes fürsten und herrn herrn Wolf Dietrichen erzbischofen zu Salzburg, legaten des stuels zu Rom etc. aber reichlichen mit zuestiftung und ansehnlichen schankungen, als der fundations-brief mit mehreren ausweiset, gebessert und mit jährlichen einkommen vermehret worden, also sollen für ihro hochfürst(liche) gnaden etc. zu forderist, dann auch für alle milde stifter und gutthätter, die darinnen wohnende arme personen ihr gebeth täglich aufopferen und zu diesem ende der h(ei)l(igen) meß, so täglich in s(ank)t Gabriels kapellen am gotts acker gehalten wird, mit gebührender andacht beywohnen.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
2
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
722
Category
Medizin
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