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IV.3 Salzburg: Salzburg (Stadt) – Bürgerspital, Bruderhaus und Leprosenhaus (Edition Nr. 31–35) 575
[2.] Sollen auch die armen leith aller leichtfertigkeit, unzucht, schelten, fluchen,
haaß und neid untereinander sich enthalten und allermöglichst ehrbar, [/] from und
gottseelig zu sein sich befleissen, auch wenigst 5 mahl im halben jahr als zu den h(ei)-
l(igen) Weichnachten, an den h(ei)l(igen) Antlaßtag, am h(ei)l(igen) Pfingstag, am Maria
Himmelfahrtstag und dann auf Allerheiligen tag sich dem h(ei)l(igen) sacrament der
beicht und bueß geschickt machen, dasselb andächtig verrichten, damit sie den zarten
fromleichnam unsers lieben herrn und seeligmacher Jesu Christi auch würdiglich
empfangen können.
[3.] Soll ein jeder, so in daß haus aufgenomen wird, gegen dem herrn verwalter des
orts als seiner fürgesetzten obrigkeit allzeit treu und unterthänig sein, auch in jeden
gebotten und verbotten allen schuldigen gehorsam leisten, demselben auch alsbald zu
seinen antretten all sein habendes vermögen anzeigen und in geringsten nicht verhalten
– damit aber niemand seine annoch habend oder sonst anhofendes vermögen zu
verschweigen ursach habe, so ist kraft einer dato 24. May anno 1754 hochfürst(lich)
gnädigst ergangenen verordnung in höchsten gnaden erlaubet, daß jeder einverleibter
von seinem annoch besizenden vermögen die helfte seinen befreunden vermachen därfe,
die andrer helfte aber dem bruderhaus zufallen und verbleiben solle –, einfolglich die
bruderhäusler dem bedacht zu nehmen, daß sie annoch bey gesunden tägen und mit
guter [/] vernunft den lezten willen über ihr hinterbleibendes vermögen entweder dem
herrn verwalter anzeigen oder solchen in ihren kasten wohl verwahrter hinterlegen, auf
daß nach ihren todt mit denen befreunde alle strittigkeiten vermüden bleiben.
Abb. 79: Salzburg; Wappen des
1496 von Salzburger Bürgern in der
Linzer Gasse gegründeten Bruder-
hauses St. Sebastian (geschlossen
1898), unmittelbar neben der St.
Sebastian-Kirche (Quelle: AStS,
Städtisches Stiftungsarchiv, Buch-
förmige Archivalie 742).
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin