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VI.9 Steiermark: Leoben – Bürgerspital (Edition Nr. 66–67) 695
Von jedweder geschlachten khalb haben sye, mayrleith, daß ingerisch,
[/] In wein haben sye, mayrleith, wochentlich als Mitwochs 1 viertl und Sambstags zu
haben 2 viertla,
Zu dennen heyl(igen) zeiten als Weinacht, Osstern und Pfingsten haben sye dem
Sambstags wein dopelt und also jedesmall zu empfangen 4 viertl,
Ingleichen zu Martini und Faschings zeit jedesmall 2 viertl bringt 4 viertl,
Item bey dem zechent abzellen des tags ain viertl wein, deßgleichen wann er völlig
angesäth hat ¼, s(un)t 2 viertl,
Wann die drescher abwinden unnd mayr darbey ist, hat er auch jedesmall ein halbe wein.
[11.] Volgt der aufganng in wein auf die spitaller, hanndtwerchsleith und arbeither, was
jeden thaill von zeith zu zeithen geben würdet, alß
daß gannze jahr hindurch würdet für ordinary [/] undt wochentlich dennen spitallern alß
dennen arbeithenden undt erwaxenen burgers leithen an Mitwoch gegeben, jedwedern
ain mäsßl wein, außgenomben der khleinen burgers khinder, so kheinen wein haben,
Dargegen haben sye, spitaller, wie oben zuverstehen, Sambstags jeder sein halb wein zu
empfangen,
Item an dennen heyl(igen) 3 zeiten alß Weinachten, Osstern und Pfingsten hat jedweder
sein viertl wein zu haben,
Deßgleichen an h(eiligen) Neüjahrtag, Maria Liechtmesß, Faschingnacht und
Allerhey(ligen) tag neben dem strüzl sein halb wein jeder spitaller zu haben,
Ingleichen würdt dennen spitallern, auch inwohner und siechenheüsßlern, so weithers nit
belohnnt werden undt heyen gehen, khlain unnd grosß des tags ain mässl wein gegeben,
Item würdet dennen spitallern, so ainen verstorbnen zum grab tragen, jedweedern ein
halb wein gegeben,
Deßgleichen die junge, so nachts bey der leich wachten, haben 2/4 wein,
[/] Bey dem wether leithen, nach lenge der zeit, würdet dennen spitallern von ain hegstens
¾ wein gegeben,
Wann ein hey(lige) mesß in der spitall khürchen gelesen würdet, ist der opffer wein,
wie auch vor die communicirende spitaller zu dennen hey(ligen) Osstern darzugeben,
beyleiffig mit drey viertl,
An s(ank)t Agatha tag würdt dem todten graber vor des regall tragen jährlich ¼ wein
gegeben,
Mehr dennen pauern singern, so an dem khürchweichtag unnd unschuldigen khindtleins
fesst unter der hey(ligen) mösß singen, werden jährlich 4/4 wein gegeben,
Ingleichen zu denen 3 h(eiligen) zeiten dem mössner am Waasen und graber, jeden ¼
wein, welches sye auch zu s(ank)t Martini haben.
[12.] Volgen die handtwercher und andere arbeither, so auch ihren gewüsßen wein
haben, alß
Dennen schuestern, solang selbe in spitall arbeithen, täglichen 5 und ein halb viertl wein,
[/] Item wann sye außgearbeithet haben, würdet dennenselben neben dem mitagmall ein
extra trunckh gegeben, mit vier viertl,
Dem schneider und naderin, wann sie daz gwandt und hemmeter zu der spendt für die
spitaller bringen, hat der schneider 2/4 unnd die naderin ¼ wein,
a Am rechten Rand eine Klammer: 3 viertl.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin