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696 VI.9 Steiermark: Leoben – Bürgerspital (Edition Nr. 66–67)
Der wagner, schmidt und schuesster haben bey der abraittung jeder sein viertl wein,
Dennen fleischhackhern, wann sye einen oxen schlächten, werden sambt brodt 2/4, bey
abstechen eines khalbs aber nur ain viertl wein gegeben,
Dem schmidt, wagner unnd müllner würdt auch zu s(ank)t Martini jeden ain viertl wein
gegeben,
Ingleichen zu zeiten dem müll junger ein trunckh, maistens mit einen mäsßl wein,
Item so hat der pinter weegen seiner khlainen extra arbeith zu zeiten ein trunckh mit ein
mäsßl oder halben wein,
Dann so würdet dennen dreschern bey dem abwinden, so die wochen nur ainmall
beschechen solle, jedtwedern ain halb wein gegeben,
[/] Item wann sye völlig außgedroschen haben, würdet ihnen auch ein trunkh mit 3 oder
4 viertl wein gegeben,
Fehreres würdet dem wöber, wan er schwaifft, des tags ain viertl unnd, so er die leinwath
anhaimb bringt, jederzeit 2/4 wein gegeben,
Ingleichen hat der rauchfangkhörer, so offt er khert, sein vierlt wein, auch zu
Liechtmessen ein laib brodt und ain viertl wein,
Dennen madern würdet jedes tag, solanng sye mäen, unnd wann ein frembder neben 12
xr. lohnn ain halb wein geraicht,
Item denen graßsträern des tags jeden ain mäsßl wein,
Die prechlerin haben auch jede des tags ain mässl wein unnd der peüerin, allwo man
prechlet, werden 4/4 wein gegeben,
Deßgleichen haben die göstweiber in spitall zu dennen h(eiligen) zeiten jede ein mäsßl
wein,
Item wann sye, göstweiber, von khraut und stieggen [/] hackhen gar ferttig sein, würdt
jeder ein mässl wein gegeben,
In waiz und khorn schnit, wann die arbeither ain und anders gar abgeschniten, würdt
jedes mall ainen ain mäsßl wein geraicht,
Wann die pauern die rudtkhelber bringen, hat jeder sein halb wein zum trunckh,
Ingleichen der khollmayr, so sackhzehent schittet, jährlich sein viertl wein, hat vorhin 2
gehabt,
Mehr würdet dem todtengraber vor machung des grabs neben 6 xr. gelt ain viertl wein
gegeben, von dennen spitallern, so würckhlich die cost gehabt, von andern würdt ihme
nichts gegeben,
Wann die spitaller oxen auf und von der alben herabgetriben werden, haben die treiber, so
offt jeder, ain halb wein,
Item denen r(everen)do sauschneider, wann er sye schneidt, würdt auch ein halb wein
geraicht,
[/] Die marcher fuhrleith bey herauf führen der spitall wein, haben von jeden wagen ain
viertl wein,
Desgleichen die weinhöber, wann sye die wein abschiessen, haben jeder neben ainen
ganzen laib brodt ein viertl wein,
In esßig wein mechten des jahrs bey 10 oder 12 viertl aufgehen.
[13.] Verzaichnusß der aigenen spitall gründt, wüsßen undt häldtl alß
Ain grundtstuckh paufelt, in der Peyent genanth, 5 tagw(erch),
Ingleichen undtern hältl, in der Leithen genant, paufeldt 2 tagw(erch),
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin