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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
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Page - 711 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2

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VI.14 Steiermark: Seckau – Klosterspital (Edition Nr. 72) 711 werden ihme zu seiner verdambnus gereichen, die blindten und krumppen, so sye nicht leicht in die khürchen gehen khönnen, sollen zue hauß unterdesßen eben auf dise mainung betten. [3.] Drittens so ihr nacher hauß khumbt, so erwarttet auf die ordnung der arbeith von dem spittlmeister, wie er anordnen würdt, soliche solt auch ohne wüderspröchung, zangckhen und greinen verrichtet werden, es möchte sich villeicht einer oder der ander befinden, der sein stüzigen khopf zeigen wolt gegen dem spittlmaister, so khan der spittlmaister ein solchen das erste und andertmahl mit scharffen worthen darzue treiben; so dises nichts helffen solt, so khan er einen solchen an speysen und trunckh straffen und solche ihm entziehen; so dises nicht hülft, würdt ein solcher auß den spittall ausgestossen werden, hat er etwan was hereingebracht, würdt mans ihme von jahr zu jahr an der khost abziechen und also mit lähren peittl würdt miesßen seyn, welches alle schuldig seyn zu folgen und wie ihr alle auß der barmherzigkheit und auß allmosen seyet versamblet, so miesßet ihr auch vor die andern arbeithen, die nit khönnen arbeithen. Also werdet ihr auch erfüllen das gebott, du solst lieben deinen negsten wie dich selbsten, dan ain jeder hat gehrn sein nahrung und diß ist Gott wohlgeföllig, wan einer für den andern arbeithen thuett, ja die gesundt seyn, sollten Gott, dem allmechtigen, danckhen, das sye was verrichten khönnen, welche aber nicht arbeithen khönnen, die sollen in die khürchen zu der vesper gechen, so sye leicht khönnen, so aber dises nicht geschechen khan, solten sye zu hauß ein rosenkhranz betten vor die armen seelen in dem fegfeuer. [4.] Viertens nach dem gegöbenen zaichen zu dem esßen sollet euch geschwündt zusamben verfüegen, es seye dan, das einer oder der andere mit der arbeith noch verhindert sey und werden vermant, das sowohl vor dem esßen alß auch nach dem esßen alle sambentlich mit aufgehobenen hendten sowohl die vor dem tüsch als nach dem tüsch vorgeschribenen gebetter mit lauter stimm dem spittlmaister nach bettet, dan der dises nicht thuett, der ist zuvergleichen nicht dennen mentschen, sondern dem unvernünfftigen thieren. Es ist nicht genueg, das der bauch voll ist, sondern man mueß auch darneben auf Gott gedenckhen, ihmme bitten, das er unnß das esßen seegnen wolle, nach den tüsch aber danckhen umb die empfangene wohlthatten, welche wür genosßen haben, so aber einer oder der andere wegen der arbeith oder anderer verhindernuß zu spatt zum tüsch khumben soltea, so bettet in der stille. Die außtheillung der portion solt geschechen auf dise weiß, der erste ist der spittlmaister, der andere der vorige spittlmaister, nach disen die spittlmaisterin, hernach solt außgethailt werden nach der ordnung den jenigen, so fleisßiger arbeithen und mehr verrichten alß die andern und also forth nach der mainung des spittlmaisters, welches auch zu verstehen ist, so von andern leuthen ein allmosen bekhumben. [5.] Zum fünfften nach danckhsagung der empfangenen wohlthatten sollet abermahl erwarthen an die anordnung des spittlmaisters und wie er anordnen würdt, so solt es auch geschechen ohne wüderspröchung, die aber nichts zuthuen oder nicht khönnen arbeithen, so sollten sye zu der vesper gechen, die leicht khönnen; die aber nicht gehen khönnen, so solten sye sowohl die in der vösper sein, alß die sich auch zu hauß befinden, für sichb und vor die andern, so arbeithen, betten. [6.] Sechstens nach verrichter arbeith, dac das zeichen zu dem nachtmahl gegöben a Getilgt -n. b Über der Zeile nachgetragen. c Über der Zeile nachgetragen.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
2
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
722
Category
Medizin
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