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VII.1 Oberösterreich: Repräsentation und Kammer – (Edition Nr. 78–88) 745
bestraffung oder entziechung solch genüesßenden spittall gelts fürgegangen werden
khönne.
[20.] Zwainzigistens solle er, spitlmaister, zur hey(ligen) Weyhnacht zeit einem jeden
in der würckh(lichen) verpflegung stehenden spittäller ein neues par schuech machen
lassen und derentwegen ein außzügl beylegen.
[21.] Ain und zwainzigistens auch vorermelt in der grosßen stuben befünd(lich)
dreyen spittällern jährlich zu herbst [/] zeit zwey pfundt innßlicht kerzen auf dem winter
kauffen und in außgab bringen.
[22.] Zwey und zwainzigistens ist zwar das sonst am hey(ligen) Charfreytag zu
beleichtung des zu ehren des bitteren leyden und sterben Jesu Christi verhandten
gewest alten hey(ligen) grabes gebrauchte öel auß dem damahls eingegangenen opfer
hergenohmen worden, weillen aber dises grabe auß mangl deren erforderlichen
reparations mitlen schon vor villen jahren zu grundt gegangen, alß bleibet diser punct,
bis das zu errichtung eines anderen ein mildtherziger stüffter hervor khommet, indessen
in suspenso.
[23.] Drey und zwainzigistens solle von dem alle Mitwoch durch eine spittall persohn
und alle Freytag durch den betlrichter mit der bixen bey denen häußern einsamblenden
betlgelt, welches bishero höchstens bis 24 oder 26 xr. sich beloffen, ihme, betlrichter,
wochentlich 6 xr. (worgegen diser alle Mitwoch und Sambstag die Kürch- und Berggassen
fleissig zu säuberen und außzukheren, der spitl[/]maister aber die erforderliche beßen
von dem spittall zu verschaffen und aufzurechnen hat), dann der stummen Cäthärina
Polläckhin 5 xr. und der geringe überresst denen zweyen persohnen in der grossen
stuben, welche denen kranckhen abzuwartten, auch sonstige spittall arbeith zu thun
haben, gegeben, daß ansonst die wochen hindurch mit der tafel oder verspörten bixen
erbettlende almosen geld alle Mitwoch eröffnet und denen gesambten spittällern
ganz gleich außgetheillet werden; gegen welch überkhommenden spittall genuß sye,
sammentliche spittäller, verbundten seyndt, alltäglich zweymahl, und zwar an Sonn- und
feyrtagen umb 12 uhr mittags und 3 uhr nachmittag, dann an werchtägen im winter
vormittag umb 10 und im sommer umb 8 uhr, nachmittag aber durchauß wie an Sonn-
und feyrtagen umb 3 uhr nach eintreffung der zeit jedesmahl einen rosen cranz mit denen
geheimbnussen, daß ist den freidenreich, [/] schmerzhafft oder glorreichen sambt einer
litaney entweder der lauretänischen oder zu allen heilligen oder zu denen hey(ligen)
vierzechen noth-helffern, alß welch lezteren dises spittall capellerl dedicieret ist, in gleich
besagten capellerl für die gesambte stüffter und wohlthätter zu betten.
[24.] Vier und zwainzigisten da sich durch absterben s(ein)er hochfürst(lichen)
eminenz herrn herrn cardinaln und bischoffen zu Passau etc. etc. wegen des der
herrschafft Stahrnberg zu lechen rührend und dem alhiesigen spitall dienstbahren zechent
auf der hueb zu Pengering eine veränderung begebete, solle ein angesezter spittlmaister
solches lechen bey gleichgedachter herrschafft Starhnberg vor verstreichung jahr und
tag gebührend anmelten und einen meldschein außwürckhen, sodann hernach wie auch
allezeit bey begebender veränderung (doch mit vorwissen und consens eines ehrsammen
raths) widerumb von neuen empfangen und einen gebräuchigen lechenbrief gegen [/]
ablegung der hievor schuldigen gebühr darumben erheben, auch den derentwegen
auflauffenden unkhossten und zöhrung in seiner raittung per außgab bescheinter
einbringen.
[25.] Für fünff und zwanzigiste weillen bishero über das spittall und selbig etwo
verhandene mobilien und briefschafften khein inventarium oder anderes geförttigtes
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin