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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
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Page - 776 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2

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776 VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103) ain anders darfür hinein genomben wurde, die täg mit vleiß beschreiben und die raittung darauf füehren, wie er und sye nit weniger, da aines stürbt, dem herrn burgermaister anzuzaigen hat, der ime zu bschreibung dessen verlassenschafft und aufrichtung aines inventarii jemanden zuegeben wirdet, damit selbe verlassenschafft in deren raittungen per empfang und außgab riechtig eingebracht werden khann. [2.] Für ander solle herr Edlinger, sowoll khonfftige spitlverwalter, die spitaller zu aller Gottesforcht vermahnen und anhalten, das sye wenigist allezeit des tags viermall und beysamen in der grossen stuben, alß morgens frue umb siben uhr, zu mittag vor und nach dem essen, auf den abendt vor und nach dem essen und vorhero, ehe sye zu peth gehen, betten thuen, zu dem ende aines under innen denen andern die gebetter allezeit fürlesen, massen sy auch des jars wenigist miteinander viermahl [/] beichten und communicirn, die Sonn-, feyrtag und anndere zeit vleissig zu khirchen gehen, pater noster oder rosenkhränz tragen, wie sie dann auch fridlich und ainig undtereinander leben, nit zanggen, greinen, fluechen, schelten und an einander neidig sein sollen, dahin zu verhalten hat, da aines darwider handlet, mit entziehung der cost und tranckh auf etlich tag dem khötterl oder einspörug in die fidl, nach gestalt dem verbrechen gar mit außschaffung auß dem spitall abgestrafft werden. [3.] Drittens hat herr spitlverwalter sy dahin anzuhalten, das sy allezeit beysamben in der grossen stuben zugleich mittags zeit zwischen zechen und ailff, abents zwischen fünff und sechs uhr essen, derowegen er in ermelte stuben lange täfel machen lassen, das die mannßpersohnen nacheinander, die weibs persohnen auch nacheinander, es weren dann ain par ehevolckh darunder, [/] sizn thuen, also jedem sein gewisse stöll anzuzaigen hat, massen der rath gedacht ober der grossen stuben die grosse cammer zurichten zulassen, jedem sein gespörtes cämmerl eingegeben, miteinander zu ersparung des lichts und weniger feürs gefahr schlaffen gehen und sonsten khein stübl auß mangl des holz alß die grosse wohnstuben gehaizt werden solle. [4.] Zum vierten der spitaller undterhaltung, cosst und tranckh betreffendt soll auf dieselben fünff täg in der wochen fleisch, jeden tag zechen pfundt, und die übrigen zween tag alß Freytag und Sambstag, und wann sonsten ain fasstag einföldt, koch, khnoden oder suppen, kraut, arbes oder rueben, ain pfundt schmalz und die wochen viermahl jedes ain halbe pier gegeben werden, herentgegen soll er, spitlverwalter, wann [/] sy, spitaller, sommers zeit bißweilen heygen, jöten oder im kraut wüermb khlauben und dergleichen arbeit thuen, extra ordinari weder pier, brodt noch annders zugeben schuldig sein, zumallen mann ihnen in der wochen zwaymall mehr fleisch und zwaymall mehrer pier verstandener massen verordnen thuet. Zu den heiligen zeiten alß Weichnachten, Osstern, Pfingsten und dan zu Martini, an wellichen tägen sye beichten unnd communicirn sollen, jedes mall ain stuckh fleisch, prätl, zwespen und gerstl, ain seitl wein, ain halb pier und umb ain khreüzer semel, zuempfachen haben. [4.1] Darzue soll er auß der fleischpanckh nemben zwelff pfundt rind- und vierundzwainzig pfundt kölperen fleisch und das kölperen auf jedes durch den fleischhackher zu prätln hackhen lasen, welliches auch gleichsfalls auf den Faschanng tag zuverstehen, am selbigen [/] tag aber khain wein, sonder ain khandl pier; für die zwespen aber khrapffen, darzue man zway mäsßl mell und fünff oder sechs pfundt schmalz nemben soll, zugeben ist. Auf den Neüen jahrstag soll er, spitlverwalter, für jeden spitaller ain halb pfundt fleisch, zween khreüzer sembel, der köchin vier khreüzer und ain khandl pier geben, entgegen die ander täglich ordinarii nit raichen. Am heilligen Kharfreytag ist dennen spitallern jedem an halb pfundt kärpffen und ain kandl pier zugeben, so auch auf
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
2
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
722
Category
Medizin
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