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778 VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103)
fasstägen aufgehet, und wie hoch man die wochen oder das jahr khombt, jemandts hierzue
verordnen und umb das für die spitaller genombene salz sich bescheinen lassen wirdt.
[4.5] Betreffendt das im urbari einkhombene [/] dienstpier soll er und sye,
spitlverwalter, dasselbe zu dem andern spitlpier einziehen, solliches neben dem zum spital
gepreuten gueten und affterpier vor verstandener massen zum wochentlichen deputat
verspeisen und zu gleich alles ordenlich verraithen. Über vermelte dargaben solle er,
spitlverwalter, jedem spitaller des jahrs ain par schuech geben, und solliche von hieigen
oder frembden schuesstern zu gelegener zeit, weill man nichts schlächtigt, erkhauffen und
nit machen lassen, wie er dann auch alle Quotember zeit innen das allmusen außthaillen
und in die fürnembste heüser allmusen pixen und täfel machen lassen solle.
[5.] Wann dann zum fünfften die zeithero [/] bey dennen spitallern, also auch bey
dem mayr und seinem gesindt wegen des lohns und cosst grosse unordnungen fürgangen,
das fast bey jedem gewesten spitlverwalter neüerungen aufkhomben sein, will demnach
ain ersamber rath für ermelten mayr unnd sein gsindt zum lohn und cosst nachvolgendts
verordnet haben:
Erstlich dem mayr sambt seinem weib das jahr hindurch besoldung 24 fl.,
jerlich drangelt unnd für schuech 2 fl. 4 ß.,
Weillen man disen mayr das jahr hinumb mehrer nit alß zwo khüe für ine und das gsündt
läst, ist ime [/] wegen zuebueß oder bessern unndterhaltung anstatt der milch neün
khandl schmalz oder darfür in gelt drey gulden bewilligt worden, id est 3 fl.,
jerlich ain fueder salz jeziger zeit per 2 fl. 6 ß.
Obwollen der vorige mayr mehr gesindt und gleichwoll wochentlich mehrer nit alß
zechen pfundt fleisch gehabt, wird ime doch solliches wegen mehrer zuebueß auch
bewilligt.
Zu den heiligen fast Weichnachtag und heiligen Kharfreytag zu erkauffung kärpffen
1 fl., [/] demnach dem vorigen mayr das jahr hindurch für ihne, das gesindt, die
tagwercher und zum einfüehren mit grosser unordnung pier hinauß gegeben, also die
spital verwalter khein richtige raittung füehren khünen, will ain ersamber rath dasselbe
genzlich abgestelt unnd allein bewilligt haben, das jezig- und khonfftiger spitlverwalter,
jezig- und khonfftigen mayr für gesindt und einfechßnen das ganze jahr in allem zechen
emmer pier geben und also abgethailt werden solle, damit solliches pier nit nacheinander
außgetrunckhen, fürnemblich zu bemelter fechßungs zeit die notturfft aufbehalten und
auf ainen rabisch genomben werde, [/] zumallen er, mayr, und das gesindt auß gemainer
statt weissen preuhauß von afftern weissen pier auch etwas zuempfachen hat.
Für wein das jahr hindurch zu heilligen zeit für ine und daß gesindt ain gulden vier
schilling und für semel vier schilling s(un)t 2 fl.,
khorn für ine und das gesindt das jahr fünff und vierzig, thuet 1 muth 15 mezen,
waiz 22/4 mezen, arbeiß 2/4 mezen, gerssten zu 6/4, auch järlich 2¾ mezen, [/]
jerlich die mittere pachen schwein und ain prüeschweindl,
dem roßkhnecht soll gegeben werden jerlich lohn 12 fl.,
drangelt und schuech 1 fl. 4 ß.,
dem grossen ochsenkhnecht des jahrs 10 fl.,
drangelt und schuech 1 fl. 2 ß.,
dem andern ochsenkhnecht für alles 8 fl. 6 ß.,
dem hietter für alles 4 fl. 4 ß.,
beeden mayr diernen für alles 13 fl., [/]
der khöchin im spitall für alles, ausser ein par schuech, 4 fl. 2 ß.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin