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VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103) 779
Mit diser järlichen besoldung unnd dargab soll er und khonfftige mayr, weib unnd
gesindt, sich das jahr hindurch contentirn lassen, zumallen vorigen mayr bey mehrer
verrichtung, griendten und ehehalten in etlichen sachen nit sovil geraicht worden,
herentgegen sein sie schuldig, dem herrn spitlverwalter nach dem herrn burgermaister,
oder da jemandts sonsten von rath auß verordnet wurde, schuldigen gehorsamb zulaisten,
der statt unnd spitalls nuzen zubefürdern, schaden [/] zu wendten und im wenigisten
anderwerths nichts zu sich ziehen, da aines oder anders hierüber betretten wurde, der
scharpfen abstraffung zugewartten haben solle. Ihne, herrn spitlverwalter, für iren obern
und gebieter erkhennen, seinen bevelch auf das threulichist nachkhomben wie dann
er, spitlverwalter, dahin bevelcht, dem mayr und sein gesindt dahin anzuhalten, das sy
hinfüro in den feldern und andern gründten in allerley verrichtung fruer alß bißhero
beschechen, nemblich morgens zwischen fünff und sechs, nachmittag umb ain uhr, es
sey mit der zaug oder anderwerths zu der arbeit greiffen sollen, widriges falls er sy der
gebür nach [/] in ainem unnd andern abzustraffen, und da es vonnöthen, den herrn
burgermaister umb hülff und mehrern einsechen anzurueffen hat.
Unnd weillen man hinfüro bey dem spitallhof nit sovil alß bißhero anzupauen hat, auch
nit sovil viech wie die zeit her beschechen, nemblich mit sambt den zaug-, khüeviech
unnd zween stier über achtzechen oder neünzechen stuckh nicht halten, auch im
jahr nur ain stierl zu aufziehung aines viechstiers abnemben, die anndern kälber alle
verkhauffen, auch vill gründt in ackhern und wißmadt vermüg beyligenden specification
no 1a im bstandt verlast, also nit mehr sovil arbeit wie bißhero gewesen ist; er, mayr, und
die khnecht wenigist allezeit ainer unnder [/] ihnen mit den angedingten treschern das
ganze tröschen hindurch, so nach beschaffenheit der sach in gelt oder nach körnern
anzudingen, zu verrichten schuldig sein, und solle jezig- und khonfftiger spitlverwalter
den gebürenden thaill davon dem spitall zum bessten verraithen, wie er, spitlverwalter,
auch weder auf die vier rosß oder das rindtviech khainen schaub- oder fueterschneider
halten, sondern durch ihne, mayr, und das gesindt verricht werden solle. Sein auch
dahin angehalten, das sy zu den wägen und pflüegen allerlay gerecht holz, wüden unnd
dergleichen machen thuen, mehrer hopfen legen und zigln, haar linset pauen, durch die
mayrin und diernen außzumachen [/] und für das gesindt zur leinbath aufzuspinnen,
damit mans nit alles umbs gelt khauffen darf, sondern mit der notturfft beym spital
versechen seye, das khraut mehren und weisse rueben solle alles in das spital zusamben
gefüehrt, darvon dem mayr von acht biß zechen emmer eingeschniten, khraut, zechen
oder zwelff mezen weisse rueben und fünff mezen gelb rueben zu seiner speiß notturfften
gegeben werden, das übrige ist auf der armen spitaller sowoll des spitlviechs notturfft
gehörig, massen dem schuelmaister und mesner alhier von dem spitall im kraut weder in
heübtern oder eingeschnitten zugeben ist, sowollen hat ermelter meßner hinfüro das mell
zum oblat pachen von dem [/] kirchen verwalter zunemben.
Weillen man auch fürtershin von dem spitlhoff und sonst niemandt winters zeit zu denen
preüheüsern das wasser füehren lässt und aber die rosß nit allezeit zur stöll sein mechten,
solle das wasser alßdann durch die ochsen gefüehrt, sowollen auch andere fuehren durch
dieselbe bey der statt verrichtet werden.
[6.] Wann dann zum sechsten ain ers(amer) rath gedacht, wie jezo alß hinfüro neben
zwayen oder drey par ochsen auch vier rosß zuhalten, will derselbe genzlich verbotten
haben, das mit sollicher zaug anderst nichts, alß was zu der statt und spitalls nuz [/]
a Am linken Rand: no. 1.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin