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VII.4 Oberösterreich: Lambach – Klosterspital (Edition Nr. 104–105) 819
VII.4 Oberösterreich: Lambach – Klosterspital (Edition Nr. 104–105)
Nr. 104
Stiftbrief des Klosterspitals in Lambach.
Lambach, 1675 März 19
Archiv: StiftsA Lambach, Urkundensammlung 1675 März 19
Druck: WeiSS–gigler, „Thrännen“ 446–449.
Rückvermerk/Regest: Abt Placidus und Konvent von Lambach erneuern die Stiftung des St.
Josephspitals zu Lambach und stellen einen Stiftsbrief aus.
Zuvernemben meennigelich, daß zwar der hochwürdige, in Gott auch edle herr herr
Burckhardt, alhießigen gottshauß lobwurdiger vorsteher seeligen angedenckhens,
zu trost der armen alhießiges spittall erbauet und in selbigen ein beliebende anzahl
armer persohnen unnderhalten hat. Demnach aber zu ermelten spittall ainiche sichere
mittl nit verordnet, noch auf ein gewisße anzahl armer spittaller eingericht, vilweniger
auf ewig fundirt worden, masßen dann in jedes herrn praelathens wülkhur, vil oder
wenig persohnen in daß spittall aufzunemben, biß anhero gestandten ist. Damit aber
inßkhonfftig und zu ewigen zeiten ein gewisße anzahl armer leüth unnderhalten unnd
nottürfftigclich versehen werden, alß habe ich, endtsunderschribner, in schuldiger
erwegung deren vom allerhöchsten mannigfaltigen in zeiten meiner regierung
empfangener hochen genaden und wollthatten nit underlasßen sollen, zu einer
demüetigisten erkhandtnuß und schuldiger dannckhsagung, ernentes spittall mit
gewisßer fundation, die nit in dennen ordinari einkhunfften und alten stüfftungen
meines lieben gottshauß, sonndern in sichren capitalien, so ich vermitlß göttlichen
reichen seegens mit angewendter ohngesparter mühe in wehrender meiner langwührigen
geführten würthschafft erkauft und erspart habe, bestehen thuet, auf ewig zuversehen,
wie ich dann zu vollziehung dißer meiner intention mehrernenntes spittall beraits vor
geraumber zeit erweittert und noch vier wohn zimmerl, damit jeder spittaller mit ainem
absonderlichen dergleichen zimmer versehen seye, darzue erbauet habe.
[1.] Solchemnach will und verordne ich vors erste, daß, gleich wie anjetzo zwelf arme
persohnen in dem spittall sich würckhlich be[/]finden, alßo auch inßkhonnfftig und zu
ewigen zeiten die anzahl der zwelf persohnen im spittall verbleiblich sein solle, und sobalt
nach dem willen Gottes ain oder anndere persohn mit todt abgehen möchte, alß dann
und auf solchen begebenden fahl würdt jedem herrn praelathen obligen (alß welchem
ohne daß die aufnembung der armen leüth inß spittall zuestechen thuet), die vacirende
stehl unverlengt zuersezen.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin