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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
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Page - 891 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2

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VIII.4 Niederösterreich: St. Pölten – Bürgerspital (Edition Nr. 126–130) 891 persohnen beyzuspringen, die gesunde spittäller und besonders jene von noch jüngeren jahren abwechslungs weis auf ein oder zwey stunden dem kranken zur wache zu stellen. Und wann dann [8.] achtens eine derley spittall persohn mit todt abgienge, so ist [/] sogleich denen herren commissarien der todtfahl zu unterbringen und wegen der begräbnüß die veranstaltung zu treffen, es solle auch der spittlmeister des verstorbenen unterlassend wenige kleydung und all übriges also gleich versperren, bey erster ankunft ein oder des anderen herrn commissarii selbes genau verzeichnen und die disfällige verzeichnus sodann von denen commissarien an uns übergeben, wo wir sohin das weitere disponiren werden. [9.] Schlüßlichen wird all obiges ihme, der zeitigen spitlmeister, zur genauen beobacht- und befolgung also und dergestalt widerhollet, daß derselbe dieser von uns gesezten instruction auf das genaueste nachleben und uns nicht anlaß geben wird, mit ihme in nicht-befolgungsfahl in instante eine abänderung zutreffen und dessen stelle aber sogleich mit einem dem spittal anständigeren subjecto zu ersezen, zugleich werden auch ihme, spitlmeister, die dermahlen bestellte herren commissarien als seine erste vorgesezte vorgestellet, ohne welchen er weder im spittall ausser dieser instruction nicht die mindeste abänderung zu treffen haben, weder die spittäller ohne ihren vorwissen willkührlich zu straffen, sondern mit all und jeden an dieselbe angewiesen wird. Wir leben auch der zuversicht, daß keinem spittäller ohne [/] verschulden einiges leyd widerfahren, sondern schmeichln uns vielmehr, ihr werdet euch als in einem spittall versamlete communitaet blos eürem lezten seelenheyl abzuwartende persohnen stetts einhellig, friedsam und ruhig vertragen, daß durch milde vermächtnüsse überkomende allmosen unter einander aufrichtig vertheillen, somit weder Gott beleydigen, weder uns, vorgesezte obrigkeit, anlaß geben, euch nach befund der sachen zu straffen. Actum St. Pölten, den 30ten Decembris 1775. [L. S.] N. stadt richter und rath allda. Nr. 129 Instruktion für den Stadtarzt in St. Pölten. St. Pölten, [ca. 1775 (?)] Archiv: StA St. Pölten, Bürgerspitalakten 1642–1810, Instruktionen des Bürgerspitals 1747– 1890 (Abschrift zweite Hälfte 18. Jahrhundert) Amtsunterricht für den stadtarzt zu St. Pölten [1.] Imo Derselbe ist dem kreisamte v(iertel) o(ber) W(iener) W(ald) und dem magistrate der l(andes)f(ürstlichen) stadt St. Pölten gehorsam und folgeleistung schuldig und hat alle aufträge und befehle dieser stellen in bezug auf eine ärztliche untersuchung oder hilfsleistung unverweilt zu vollziehen. [2.] IIdo Alle ärztlichen untersuchungen in kriminal- und zivil fällen sowie auch in polizey sachen hat er gewissenhaft zu pflegen und hierüber stets einen deutlichen und wahrhaften befund abzugeben. [3.] IIIio Es ist seine pflicht, nicht nur die sanitäts generalien so wie alle des öffentlichen gesundheitswesen betreffenden höchsten und hochen verordnungen genau
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
2
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
722
Category
Medizin
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