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VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) 907
gsindts auf das lengest umb neün uhr) ver[/]spert, und am morgen zu rechter zeit wider
eröffnet werde, in der nacht aber soll es ohne noth nit eröffnet oder ainiger mensch, so vor
der spörr nit dahaimb, nit mer eingelaßen werden.
[3.] Seüberung der gemäch
Er, spitlmaister, soll den mayr und mayrin, auch das gesindt dahin mit ernst halten,
das mann im hofa und alle gemach sauber halten, auch das in der armen leüth gemach,
sonderlich täglichen zway mall außgekheret und rauchen von khranaweten gemacht
werde, darumben dann jederzeit khranaweten im vorrath verhandten sein sollen, die gail
sol nit wie bißhero im hoff versamblet, sonder, wo müglich, auß in ein grueben zuesamben
geführt werden, dann wann sovil gail überainander und die so unsauber gehalten werden,
gibt es bösen geschmachen, das meniglich abscheihen und niemandt gern in das spital
gehet, so ist es wegen der bösen dämpf, sonderlich zu infection zeiten gar gefehrlich.
Die armen spialsleüth [!], so gen mügen, sollen khain leibstuell oder khachel in der stuben
haben, sonder zu irer notturfft auf das gewöhnlich orth gehen und dasselb auch sauber halten.
Die, so nit gen khünen, mügen ain leibstuell oder khachel in der stuben haben, der soll
alweg, alspaldt [/] sie ir nottudrfft verbracht, durch ain sondere persohn, so man hierzue
verordnen mag, alspaldt austragen und volgendts sonst öffter im tag von khranaweth holz
oder andern wolriechendten dingen ain gruch hinein machen. Sy sollen auch verordtnung
thuen, das die armen leüth alle 14 tag auf wenigst ain mal paden und sich am leib saubern
mügen, sie sollen die wohnung unnd ligerstat mit kherren und in annder weeg sauber
halten, fürnemblich aber sollen sie auch bey der khöchin verfüegen zusehen, auch mit
und bey sein, wann den armen leüthen ir eßen angericht, das die speiß nach des armen
spitals vermögen, sauber und vleißig khocht, auch zu morgens und zu abendts zu rechter
zeit sauber geraicht werden.
[4.] Ohn rathschlag niemandts aufzuenemben
Ahn unser vorwißen oder rhatschlag so[ll] ainiger mensch in das spitall nit aufgenomben
werden, es bevelhe es dann herr burgermaister, beherbergt werden solle, also soll dem
mayr und allen gesindt jemandts im spitall aufzuhalten oder beherbergen bey straf der
gefenkhnus verbotten sein.
[5.] Aufmerckhung des spitlmaisters auf alles und jedes im spitall
Der spitlmaister soll auch offt in das spital gehen, zum wenigisten täglich einmall, damit
[/] mit dem viech und allenthalben guete wirtschafft gehalten und dem spitall nichts
veruntreuet, auch vleißig achtung geben, damit dem mayr gesindt bevor den armen zu
rechter zeit ir speiß und tranckh sauber geraicht und nichts entzogen und sonderlich den
khrankhen vleißig gewarth werde, sonderlich auch sein aufmerkhen haben, damit dem
spitall mit viech, meell oder broth nichts veruntreut noch vergeben werdt.
[6.] Grundtdienst, zinß, zehet einnembung und entgegen bezallung hinaus
Den traidt zehet, so das spitall zu Lanzenkhirchen hat, soll spitlmaister mit vorwissen der
superintendenten einem gewißen bestandtmann, der gerne zalt, verlaßen oder da es dem
spitall nutzlicher, das er eingefexnet, zeitlich umb ein taugliche persohn sehen, die dem
treulich und ordentlich außstekhe, damit dem spitall nichts entzogen oder vergeben.
a Folgt und alle, getilgt.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin