Page - 950 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Image of the Page - 950 -
Text of the Page - 950 -
950 IX.1 Wien: Wiener Bürgerspital (Edition Nr. 144–190)
erheben undt zwar die klaider, weillen sie gefährlich, entweder verbrennen oder, so es
thunlich, solche seubern lassen undt nach gutbefinden der herren superintendenten undt
spittlmaister dem armen hauß zum besten anwenden; waß aber an geldt oder goldt undt
silber verlassen wirdt, dises hat er neben ainer attesta(ti)on herrn spittlmaister in sein ambt
einzuliffern.
[26.] Sechundzwanzigistens so werdten auch denen armen heusern St. Marx undt
Clagpaum von guethertzigen christen untersch(iedliche) legata verschafft, so vorhin ein
obervatter eingenohmen undt verraitet hat, dise aber solle künfftighin der haußpfleger
nicht annehmen, sondern die jenige, so dergleichen legaten abstatten wollen, in daß
burgerspittal zu herrn spittlmaister oder remanenzer alda anweisen.
[27.] Sibenundzwanzigisten er ist aber nicht allein dises, so hie oben stehet,
zuverrichten schuldig, sondern auch waß ihme weiters von denen herren
superintendenten undt spittlmaister in spittals sachen aufgetragen werdten möchte,
zuthun verbunden, des spittals schaden zuwenden undt nutzen zubefürdern verpflichtet;
gleich wie eß ihme alß einen getreuen diener wohl anstehet undt er solches gegen Gott
und der obrigkeit zu verantworten wissen wirdet. [/]
[28.] Achtundzwainzigistens wann er aber wider dise instruction handlen wurde
oder dem spittal schuldig werdten solte, solle er dessentwegen vor denen herrn
superintendenten undt spittlmaister oder einem löb(lichen) statt rath zu stehen undt alda
redt undt antworth zu geben haben.
[29.] Neünundzwainzigistens daß er auch disem allen gehors(am) nachkommen undt
dem armen hauß treu undt redlich dienen wolle, hierumben solle er vor denen herren
superintendenten undt spittlmaister ein ordentliches jurament ablegen.
[30.] Dreysigstens damit er, haußpfleger, auch wisse, waß er für solche seine dienst
verrichtung zur besold-a undt belohnung habe, solche ist des jahrs dreyhundert gulden,
item wegen administrierung deß castens 20 fl., also zusamben in bahren geldt dreyhundert
und zwainzig gulden; an fleisch tägen jeden zwey pfund rindtfleisch, täglichen zwey
pährl schwach undt ein par starckh brodt, jährlichen zwölff emer von herrn spittlmaisters
tischwein undt acht achtl saltz, wie auch ain centen gärnene inßletz körtzen undt die
nothdurfft an bren holtz, neben deme die wohnung für sich, seine haußwürthin undt
kinder, wormit er sich vergnüegen lassen [/] undt weiter deß armen hauses mittl nicht in
seinen aigenen nutzen verwenden solle.
Zu urkhundt dessen habe dise instruction unter meiner aigenen handtschrifft undt
petschafft gefertigter in der löb(lichen) burgerspital grundtstuben gehors(am) eingeraicht.
Actum Wienn, den 1. July 1706.
[L. S.] Johann Baptista Rüpfel, haußpfleger
Nr. 148
Instruktion für Ernst Regler, Bürgerspital-Mesner (Pfarrkirche St. Clara) in Wien.
Wien, 1712 Dezember 14
Archiv: WStLA, Bürgerspitalakten, Fasz. LVI (A 74)
Rückvermerk: Instruction eines mösners bey dem armen hauß der burgerspital alhier zu
Wien.
a Korr. aus besoldung.
back to the
book Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2"
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin