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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
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Page - 994 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2

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994 IX.1 Wien: Wiener Bürgerspital (Edition Nr. 144–190) schaffers dienst zuverrichten auf sich genohmen hat, alß solle selbiger in allweeg auf alle andere spittals würthschafft fleissig sehen, damit daß arme hauß mit seinen völligen begriffthumb in dem wessentlichen stant erhalten werde, und wan demnach sich etwas hervor thuen mechte, so eine remedirung erforderlich hette, solle er ein solches bey zeiten, wan es etwaß wichtiges were, einen löb(lichen) stattrath, so es aber von geringer importanz dem herrn spittlmaister und gegenschreiber allein anzaigen undt daß vorkherende daran erwartten. Wie auch wan [10.] zechentens ein gebeu vorkhommen mechte, hat er, [/] kuchlmaister, auf anschaffung des herrn spittlm(eisters) und gegenschreibers alle erforderliche materialien bey zeiten herbey zu schaffen, denen arbeithsamben leithen fleissig nach zusehen, solche zur beschleinigung der arbeith öffters zuvermahnen, alles nebst denen hantarbeiths tagwerchern embsig aufzuschreiben, zu ende der wochen ein particular dariber zumachen, dem herrn spittlmaister und gegenschreiber zu behändigen und bey der außzallung ordentlich zu erscheinen, demnach jene particularien zu belegung der spittlambts raittung mit handtschrifft und pötschafft vermög ainer attestation zu ferttigen, mithin alles daß jenige mit solcher sonderbahrer treye zu vollziehen, waß dem armen hauß zu nutzen daran zuekhommen möge. [11.] Ailfftens so ist er, kuchlmaister, nicht allein deme, waß hiervor stehet, alles fleisses nachzukhommen schuldig, sondern auch, waß er weithers dem armen hauß zu nutzen findten mechte, so vill alß möglich in daß werkh zu richten verbunten, deß spittals nutzen zu betrachten und schaden zu wenden, wie solches einem dem magistrat in abgelegter aydes pflicht [/] getreüen diener zuestehet und er solches gegen Gott und der obrigkheit zuverantwortten sichs getrauen wird. Und zum fall wider alles guettes verhoffen [12.] zwölfftens er, kuchlmaister, wider dise ihme behendigte instruction handlen oder dem armen hauß in eine schuld verfallen solte, solle er hierumben bey einem löb(lichen) statt rath oder denen herren superintendenten zu stehen und darumben red und antworth zugeben schuldig sein und daß er auch deme allen gehor(sam) nachkhomen und dem armen hauß getrey und redlich dienen wolle, desßentwegen hat er bereiths vor wollermelt löb(lichen) stattrath ein ordentliches jurament abgelegt. Damit aber [13.] dreyzehentes er, kuchlmaister, auch wisße, waß derselbe vor solche seine kuchlmaister und zugleich schaffers dienst verrichtung vor lohn habe, ein solcher bestehet (gleich wie es auch dessen erhaltener raths schluß gibet) sambt der cost in drey hundert gulden und dermahlen in einen wohnzimmer, jedoch daß wohnzimmer biß dahin, alß der gschiermayr in dem stadl auf die Landtstrassen kommen mechte, so dan ihme, kuchlmaister, die gschiermayrs wohnung eingeraumet werde; und wan er sich woll haltet und getreü dem armen hauß dienet, hat [/] er forderist die belohnung von Gott und sodann weithere accomodation nach gelegenheit zu erwartten. Zu urkhundt dessen ist dise instruction mit dem mittern statt canzley signet und sein, kuchlmaister, ferttigung eingerichtet, darvon drey gleich lauttende originalia gemacht, daß erstere dem spittlambt, und daß anderte ihme, kuchlmaister, zugestellet, daß dritte aber bey gm(eine)r statt buechhalterey beybehalten wordten, so beschehen Wienn, den 1ten July 1718. [L. S.] Johann Lindenberger, burgerspithalischer kuchelmeister, mpria.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
2
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
722
Category
Medizin
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