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IX.1 Wien: Wiener Bürgerspital (Edition Nr. 144–190) 1049
alß auch der gegenschreiber jeder einen absonderlichen schlisßl haben, damit einer oder [!] des
andern beysein undt vorwissen nicht in diese cassa kan.
[10.] Zehendtens ist auch nöttig, daß der gegenschreiber bey jedwederer abraittung,
sowohl waß die unterthannen alß andere partheyen betrifft, gegenwärtig seye, welches er zu
observiren hat.
[11.] Ailfftens waß nemblichen von tag zu tag bey dem spitlambt gehandlet,
empfangen undt außgeben wirdt, von diesen allen solle er, gegenschreiber, alle monath
denen herren superintendenten undt zu gleich auch der buechhalterey zu auffnehmung
der jähr(lichen) raittung einen geförtigten extract einhändigen.
[12.] Zwölfftens solle er, gegenschreiber, zu enndt des jahrs die spitlambts raittung,
ehe undt bevor sie auff die buechhalterey, neben dem spitlmaister unterschreiben undt
förtigen. [/]
[13.] Dreyzehentens solle er, gegenschreiber, öffters in denen drey preuhäusern neben
den haußpflegern nachsehen, auch bey vorgebung der khörner seyn.
[14.] Vierzehentens damit er, gegenschreiber, auch wisse, waß er vor seine verricht-,
verwaltung undt sorg habe, ist erstlich der segen Gottes, wan er dem armen hauß
trey undt redlich vorstehet, neben der freyen wohnung in burgerspital 500 fl.a gulden
besoldung, jähr(lich) zwölff em(er) officier wein, täglich zwey pärl schwach undt ain paar
starckhes brodt, täglich 2 pfundt rindtfleisch, alle Son- undt feyertag jedesmahl 3 lb. kalb
oder schepßen brätt, in der wochen 3 mahl krauth undt 3 mahl rueben, im fasttägen jedes
mahlen vor einen frischen fisch 15 xr., ain centen gärnene undt ein halben baumbwollene
inßleth körzen, jähr(lich) ain stockh salz undt brennholz die notwendigkheit.
Actum Wienn, den 10ten Decembris anno 1712.
Urkhundt dessen gm(eine)r statt Wienn kleines secret insigl, actum ut supra
L. S.
Nr. 187
Instruktion für den Bürgerspital-Traidzehentcurent in Wien.
Wien, 1659 Juli 5
Archiv: WStLA, Bürgerspitalakten, Fasz. LVI (A 73)
Rückvermerk: Instruction der burgerspitall in Wienn traidtzehent curenten.
Instruction, wesßen sich die burgerspitalls traidtzehent curenten zu verhalten haben
[1.] 1. Zum fundament etc. sollen der burgerspitall traidtcurenten wol zu herzen
fasßen, das der zehent khein weltliches, sondern ein geistliches guet, ja das patrimonium
unnd erbtheil Christi sey, dahero gedenkhen, sie diennen nit einen menschen, sondern
Christo selbst, der in denen armen erkhannt wird, da er sagt, was ihr den geringesten
auß den meinigen gethan habt (es sey guetes oder beses), das habt ihr mir gethan unnd
von demselben neben ihren zeitlichen lohn die vergeltung ihrer treu, fleissigen diennst
verhoffen und hergegen die straff ihrer untreu, unfleißes und nachlessigkheit gewißlich,
wo nit hie, doch dorten erwartten.
a Korr. aus fünfzehenter.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin