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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
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Page - 1070 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2

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1070 X.1. Burgenland: Esterházysche Herrschaftspitäler (Edition Nr. 192–203) No 4: Ordnung der spitaller zu Forchtenau [1.] In erwartung weiterer anordnung sollen die spitäller des somers umb 6 uhr und des wintters um 7 uhr aufstehen, sich ankleiden, säubern und die zimmer in ordnung richten bis um halber 7 uhr, wo demnach sie in jeden zimmer das morgengebett verrichten werden. Worauf sie [2.] um 7 uhr winters und um 8 uhr sommers zeit sollen erstlich die männer zwey und zwey, dann auch die weiber in solcher [/] ordnung in die messe gehen, worunter sie 3 vater unser und 3 ave Maria samt den psalm: de profundis betten vor den gnädigsten fürst und fürstin, also zwar das sie beyde hohe nahmen dabey aussprechen und um vergebung dieser hohen persohnen ihrer sünden solches gebett aufopferen. Nach der meeß werden sie mit lauter stimme einen rosencrantz betten und zwar in der meinung, das Gott seine durchläucht seegne und regiere in allen vorfahlenheiten. [3.] Es ist aber nicht nöthig, das just der spitallvater oder -mutter täglich das gebett anfange. [4.] Nach dem rosencrantz werden sie in obgedachter ordnung in das spitall zuruckkehren und jeder bis 11 uhr seiner selbst beliebigen arbeith abwarten. [5.] Um 11 uhr werden sie den 2ten rosenkrantz betten und zwar um die ewige glückhliche seelen ruh s(eine)r hochfürst(lich)en durchlaucht Pauli Esterhazy gedächtnüß. [6.] Im sommer könnte dieser rosenkrantz auch mit hoher stimme in der kirchen von den gesamten spitällern gebetten werden. [7.] Um 12 uhr nach gebetteten vater unser und ave Maria sollen sie in fridlichkeit mittag speisen und nach dem wieder umb 1 vater unser und ave Maria sprechen. [/] [8.] Um 3 uhr nachmittags werden sie widerum einen rosencranz laut betten, denselben aufopfern vor seine kay(serlich) könig(lich)e majestatt, zum aufnahm des hohen fürst(lich)en hauses und dann vor alle gutthater und gutthäterinnen des spitals. Nachgehends kann jeder nach eigenen kräfften und belieben das jenige arbeithen, was er kann oder will. [9.] Um 7 uhr werden sie mit vor und nachgehenden vater unser und ave Maria das nachtessen einnehmen. [10.] Sommers zeit um 9 uhr und winters zeit um 8 uhr werden sie ihr nachtgebett verrichten, dann um 9 oder 10 uhr der zeit gemäß sich zu bethe begeben, sonders aber werden sie mit allen fleiß und obhut das feuer und licht bewahren. [11.] Es ist niemandten erlaubet und hoch verbothen, ohne erlaubnüß des spitaldirectoris oder in dessen abwesenheit ohne verwilligung des spitalsvaters auszugehen. [12.] Sie sollen in jeden monnath ihre beicht oder communion verrichten, doch ist einen jeden frey gelassen, sich einen tag darzu zu erwählen, welcher ihme an füglichsten ist. Könten sie sich aber richten, das sie jeden ersten Sontag jeglichen monnaths alle zusammen zur beicht und tische des herrn giengen, wäre es um so viell besser, doch dieses kann man nicht weiter als von ihren eigenen willen anverlangen. [/] [13.] An allen Frauentägen (sonderheitlich Mariae Liechtmesß, Mariae verkündigung, Mariae himmelfahrt, Mariae geburth und Mariae empfängnuß) werden sie ohnmittelbahr alle zusammen zur beicht und dem tische des herrn gehen, dann auch das salve regina vor beede durchläuchtig hochfürstliche persohnen betten; den vortag aber von jeden Frauenfest sollen sie mit abbruch fasten speisen essen und dieses salve regina in obgedachter aufopferung betten, welches salve regina auch alle Samstäge durch das ganze jahr muß verrichtet werden und zwar nach jeden rosenkrantz.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Spital als Lebensform
Subtitle
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Volume
2
Authors
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Size
17.5 x 24.7 cm
Pages
722
Category
Medizin
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