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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Page - 182 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II

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Tagebücher182 nun da oesterreich sich zurückziehe, müsse aus der ganzen deutschen ein- heit nichts werden. es wird noch manchen bittern und für beyde theile schmerzlichen kampf geben, dennoch aber wird es so kommen wie gesagt, es müßte denn wirklich nichts aus der regenerirung deutschlands werden, was ich tief beklagen würde. neulich hatte ich über diese gegenstände eine lange unterredung mit Prinz Albert in Windsor, ich war hinausgefahren, um frische luft zu schöp- fen, und besuchte bey dieser gelegenheit den sekretär des Prinzen dr. mayer, als der Prinz hörte, daß ich da sey, kam er herab. Auch mit dem herzoge und besonders der herzoginn von cambridge, bey welchen ich neu- lich in kew speiste, wurde beständig davon gesprochen. die herzoginn ist eine geistvolle und für eine fürstinn ziemlich liberale frau. gestern war lordmayorsday, und ich nahm die einladung zum diner an. 1300 Personen in der großen halle der guildhall. das ganze war imposant und magnifique, wie es nur in England möglich ist, wo man eine so würdige und doch unaffektirte feierlichkeit besitzt. vom diplomatischen corps wa- ren bloß Beaumont und ich, Beaumont als senior hielt die Antwortsrede auf den toast des lordmayors, letzterer sprach nur immer von frankreich und hängte die other foreign Ambassadors nur ganz am schlusse an, was mich etwas verletzte. übrigens ist mein leben einförmig und langweilig. london ist leer und biethet gar keine ressourcen, ich gehe oft ins coventgarden theatre, wo ich mit kielmansegge eine loge genommen habe. Plunkett ist eine aller- liebste tänzerinn, und ich dachte Anfangs daran, sie mir beyzulegen, doch bin ich jetzt nicht mehr wie sonst zu dergleichen dingen aufgelegt, doch besuche ich sie manchmal, besonders auf der scene. ich habe eine halbe Idee, zu meiner Aufheiterung einen Ausflug nach Paris zu machen, doch wird wohl nichts daraus werden. Aus schleswig erhalte ich lamentable Briefe, dort drohen wieder neue verwicklungen, denn weder das Benehmen dänemarks noch jenes der pro- visorischen regierung scheinen auf frieden und versöhnlichkeit zu deu- ten. [london] 18. november vormittags Berlin hat jetzt Wien in der öffentlichen Aufmerksamkeit den rang abge- laufen. der könig hat ein gewaltministerium Brandenburg gebildet, die nationalversammlung vertagt und nach Brandenburg verlegt und, da diese sich weigert, Berlin in Belagerungsstand versetzt. die Würfel sind also geworfen, und der könig kann nicht mehr zurück, doch fürchte ich ei- nen übeln Ausgang, denn man ergreift keine schnell entscheidenden maß- regeln, der Belagerungsstand und Wrangels Proklamationen werden nicht
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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