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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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1893. Dezember 1848 compacte gestaltung der österreichischen monarchie, also so entschieden wie möglich gegen den Beschluß der frankfurter nationalversammlung vom 27. october.1 so stehen die sachen, ich höre und sehe hier soviele leute wie möglich, und suche das terrain kennen zu lernen, es ist sehr verändert gegen jene Zeit des rosenfarbenen rausches, und es herrscht ziemliche Abspannung und entmuthigung. Auf dem terrain der souveränität der versammlung, welches wir mit der Annahme des unglückseligen raveaux’schen Antrages betraten,2 und worauf wir uns durch gagerns Phrasen und kühne griffe weiter verirrten, stehen wir schon längst nicht mehr. die idee der verein- barung mit den einzelnen regierungen und stämmen ist schon ziemlich allgemein, und wahrscheinlich werden dieser österreichischen erklärung, die zuerst das eis gebrochen hat, noch manche andere nachfolgen. ich kann mich rühmen, daß, wiewohl ich in einzelnen fragen, z.B. na- mentlich in der wegen errichtung der centralgewalt, welche meiner jet- zigen überzeugung nach besser unterblieben wäre, zu andern Ansichten gekommen bin, ich doch im ganzen und großen von Anfang an consequent gehandelt und klar gedacht und gesehen habe. Ich habe die Pillersdorfische erklärung vom 21. April gebilligt, die soviel entrüstung hervorrief,3 ich habe im may meinen Wählern erklärt, daß ich 2 dinge: die völkerrechtliche vertretung im Auslande und das heerwesen für oesterreich nie aufgeben werde, habe einer der Wenigen gegen den raveaux’schen Antrag gestimmt und bin nach dessen Annahme nur deßwegen nicht ausgetreten, weil ich demselben nach seiner fassung die Bedeutung, welche man ihm beylegte, nicht zuschreiben konnte und nebstdem im Beginne unseres Beysammen- seyns einen éclat vermeiden wollte, ich habe immer an der vereinbarung mit den einzelnen staaten festgehalten und daher oft den Wunsch ausge- drückt, daß die regierungen durch ein provisorisches, wie immer konsti- tuirtes oberhaus an der verfassung theilnehmen möchten, ich wollte, daß der Bundestag eine executivbehörde als centralgewalt aufstelle, ich war gegen die von gagern durchgesetzte Wahl des reichsverwesers durch die 1 das verbot einer verbindung eines landes des deutschen reiches mit nichtdeutschen ge- bieten außer in einer reinen Personalunion, vgl. eintrag v. 10.11.1848. 2 durch die Annahme dieses Antrags wurde die kompetenz der nationalversammlung in verfassungsfragen für ganz deutschland festgestellt. vgl. eintrag v. 22.5.1848. 3 Am 21.4.1848 erschien in der Wiener Zeitung eine amtliche erklärung, dass österreich zwar vom Wunsch des innigen Anschlusses an deutschland durchdrungen sei, es jedoch seine innere selbständigkeit beibehalte und sich die besondere Zustimmung zu allen Be- schlüssen der Bundesversammlung unbedingt vorbehalte. falls dieses vorgehen „mit der Wesenheit eines Bundesstaates nicht vereinbarlich erkannt würde, wäre oesterreich nicht in der lage, einem solchen beizutreten.“
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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