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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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19919. Dezember 1848 sehr leicht durch ihre zu große hast selbst den hals brechen. ich war froh, diesen Anlaß benützen zu können, um mit éclat und als oesterreicher aus- zutreten, und meine nun, wir sollen uns vorerst ganz still und abseits, beob- achtend verhalten, nicht wie viele österreicher wollen, gegen die Preußen reagiren, sondern die dinge ihren natürlichen gang gehen zu lassen. es vereinigen sich eine menge umstände, um unsern rücktritt noch be- deutender zu machen: Bunsen hat den Auftrag der centralgewalt, in ihrem nahmen den frieden mit dänemark zu unterhandeln, abgelehnt. dagegen schicken die dänen 6.000 mann nach Alsen, was ein offenbarer Bruch des Waffenstillstands ist. gallenga ist von seiner regierung abberufen und zu- gleich seine von hier aus auf eigene faust unternommenen schritte, eine directe verständigung zwischen sardinien und oesterreich herbeyzufüh- ren, désavouirt, kurz, es bricht von allen seiten ein. die Abneigung gegen Preußens Principat wird immer größer und wird durch unsern heutigen schritt nicht geschwächt werden, die regierungen sind thätig, und das ende der ganzen pompösen geschichte dürfte sehr wahrscheinlich eine oc- troyirte verbesserte Bundesakte seyn. [frankfurt] 19. dezember Abends ekelhaftes und erbärmliches Zeug, ich habe noch nie soviel Ärger und überdruß empfunden als jetzt. unser Austritt, besonders der schmerlings, hat auf die oesterreicher elektrisch gewirkt, theils weil sie sich verletzt glaubten, theils weil ihnen schmerlings temporisirende und unklare Politik zusagte, theils aber und hauptsächlich, weil er und Würth wie ein paar zornige weggejagte Bediente hetzten und schürten, kurz das elende Projekt sommaruga’s, eine Allianz mit der linken zu schließen und coûte que coûte gegen die Preußen zu intri- guiren, ist zur Wirklichkeit geworden, hat diese monströse Allianz Bestand, so fällt das ministerium gagern über den haufen, mit ihm aber auch die nationalversammlung und die ganze deutsche sache, denn nach gagern kann nur ein ministerium der linken oder vielmehr dieser unnatürlichen coalition folgen, und was dann geschieht, ist klar. ich habe gethan, was ich konnte, habe meinen landsleuten vorgestellt, wie illoyal und zugleich unpolitisch es sey, gegen die Preußen zu intrigui- ren, wie sehr es in unsrem interesse liege, daß der deutsche Bundesstaat (natürlich ohne uns) zustandekomme, wäre es auch unter dem Principate Preußens, wie uns eine coalition mit der linken um alles Ansehen und terrain bringen müßte etc., umsonst. schmerling und Würth ließen sich mit leuten wie moering, schneider etc. in ein comité wählen, und es wurde beschlossen, um jeden Preis gegen die Preußen zu arbeiten. so kam es, daß bey der gestrigen Präsidentenwahl simson nach einem 3maligen scruti-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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