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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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2199. Februar 1849 Heute sah ich den Erzherzog zum ersten Male, er empfing mich noch im Bette, und was ich ihm sagte, wird ihn nicht gesünder gemacht haben, an dem manne ist aber gar nichts, weder energie noch intelligenz. das Parlament ist am 1. eröffnet worden. Palmerstons rede am 2. ist wunderbar, durch ihre impudenz, er spricht von seiner aufrichtigen freund- schaft für oesterreich und von den lombarden als revoltirten unterthanen des kaisers!! – – Quantum mutatus ab illo hectore! damit möchte er sich halten, ich zweifle aber, daß es ihm gelingen wird. neulich fuhr ich nach homburg und traf dort unvermuthet meinen alten freund und sonderling münchhausen. [frankfurt] 9. februar gestern kam endlich Würth mit der österreichischen note zurück,1 sie ist sehr lang und reicher an Worten als an gedanken. sie erklärt, daß oester- reich aus deutschland nicht austreten werde (wer will denn das?), daß aber die nationalversammlung seit may eine falsche richtung befolgt habe und einen einheitsstaat statt eines Bundesstaats beabsichtige (also wieder ein schulbegriff mehr, worüber man sich zanken kann ohne sich zu verstehen, denn in das détail dessen, was nach den Ansichten der österreichischen regierung zum einheitsstaate und was zum Bundesstaate gehöre, geht die note nicht ein), daß oesterreich nach wie vor am vereinbarungsprincipe und an den traktaten von 1815 festhalte, daß es nun diese vereinbarung mit sämmtlichen regierungen deutschlands, zunächst mit den königen einleiten werde (wodurch dann das gerücht von der am 17. in Berlin einge- reichten note wegen mediatisirung der kleinern staaten widerlegt zu wer- den scheint), und zwar für sich allein, da die in Berlin gemachten schritte, um dieses gemeinschaftlich mit Preußen zu thun, keinen erfolg gehabt hät- ten, daß aber der kaiser schon gegenwärtig gegen jeden versuch, ihn einer von einem andern deutschen fürsten geübten centralgewalt zu unterreden [sic], protestire. gleichzeitig ist rechberg nach münchen und stuttgart und Brenner nach hannover und dresden abgegangen, um in diesem sinne zu wirken, und trautmansdorf soll in Berlin erklärt haben, er habe Befehl, seine Pässe zu nehmen, wenn der könig die oberhauptswürde annähme, eine gleiche er- klärung soll meyendorf und, was ich noch nicht glauben kann, Westmore- land abgegeben haben. Wir haben also noch immer nichts positives, ausgenommen die erklärung wegen des reichsoberhauptes, und auch diese ist nur negativ. mit Preußen scheint hiermit der Bruch offen zu seyn, und ich finde es ungeschickt, daß 1 die note v. 4.2.1849, vgl. eintrag v. 2.2.1849.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

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