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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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27721. Juli 1849 ten begangen zu haben scheint. in venedig herrscht der terrorismus der fremden und der desperaten marinesoldaten. rom ist endlich von oudi- not genommen worden,1 wir wollen nun sehen, was damit weiter geschieht, ich fürchte, diese frage wird ein Zankapfel zwischen uns und frankreich und ein vorwand für deren weiteres verbleiben in der halbinsel werden. Aus deutschland nichts neues als das unverbürgte gerücht, der erzherzog wolle, natürlich auf Anrathen oesterreichs, eine zweyte, großdeutsche na- tionalversammlung einberufen, während die 3 könige und ihre Adhaeren- ten eine auf grundlage ihres entwurfes in erfurt berufen. Also Parlament und gegenparlament. das chaos wird immer ärger. mittlerweilen entwickelt Bach, als minister der Justiz und des inneren, eine große thätigkeit, täglich erscheinen neue gesetze, die organisation der neuen gerichtsverfassung für oesterreich unter und ob der enns, für Böhmen und mähren, wozu commissionen unter dem vorsitze von mitis, fürstenberg, kulhanek und caj. mayer,a die grundzins- etc. Ablösungsver- ordnungen für Böhmen und mähren, wozu in gleicher Weise kleczansky und caj. mayer bestimmt sind, sind bereits erschienen. geringer arbeitet an der zukünftigen organisirung ungarns, und mittlerweilen sind für circa 20 comitate 5 distriktscommissarien ernannt worden, mit deren Auswahl man so ziemlich allgemein zufrieden ist. gestern war ich bey fries in vöslau, wo zu ehren des namenstages der alten Baron Pereira recht hübsche tableaux durch die kinder des hauses vorgestellt wurden. morgen fahre ich wieder hin, da schmerling hierher kömmt und mit mir dort essen will. ich lese jetzt mit einer Art von Wuth macAulays history of england since 1685, ein Buch schön und merkwürdig wie wenige.2 das Wetter ist so schlecht, daß es kaum zum Aushalten ist, seit ich hier bin, gab es kaum 3 ganz schöne und warme tage, die übrigen waren größtentheils kalt und windig, und namentlich der Wind ist hier im sauerhofe kaum zu ertragen. [Baden] 21. July um comorn stehen an 150.000 mann unter Paskewitsch und haynau und blokiren nebst der festung gegen 80.000 ungarn, Polen etc. unter görgey, diese machen fortwährend verzweifelte versuche sich durchzuschlagen, es ist ein schlachten, welches nicht endet, am ende werden sie sich wohl er- 1 die römische regierung kapitulierte am 3.7.1849 vor den französischen interventionstrup- pen. a caj. mayer wieder gestrichen. 2 thomas Babington macaulay, the history of england from the accession of James ii. Bd. 1–2 (london 1849).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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